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günglich zeigte). Darum zählten auch die fürstlichen Häupter
der Evangelischen von Anfang an darauf, dafs Philipp sich ihrer
Vereinigung anschliefsen werde; schon ihre Botschaft am Augsburger
Reichstage war bevollmächtigt gewesen, sich mit ihm
hierüber in Verbindung zu setzen; als dies nicht ausgeführt werden
konnte, weil der Markgraf dem Reichstage fern blieb, wurde zu
Gotha aufs neue dem Landgrafen von Hessen aufgegeben, Philipp
von Baden der evangelischen Verständnis zuzuführen?); ersterer
fand dann freilich keine Zeit, den Markgrafen persönlich anzugehen;
er ersuchte, wie wir noch hören werden, deu Herzog Ludwig von
Veldenz, die Vermittlung zwischen ihm und Baden zu übernehmen.
Doch läfst sich nicht erkennen, ob der Herzog diesem Auftrage
nachgekommen ist, noch was er bei Markgraf Philipp ausgerichtet
hat; keinesfalls aber ist letzterer dem evangelischen Bunde förmlich
beigetreten?).
Auch der Herzog von Jülich-Cleve, Johann III, welcher, der
Sohn des Herzogs Johann II. von Cleve und Mark und der Gemahl
Marias, der Erbtochter von Jülich und Berg, als der erste diese
verschiedenen Herrschaften unter seinem Szepter vereinte, sollte
dem evangelischen Bunde zugeführt werden‘). Allerdings war Johanns
Augenmerk vornehmlich nach Westen gerichtet, wo ihm in
der Person des Herzogs Karl von Geldern ein unruhiger Feind
drohte); erst geraume Zeit später vertrugen sich die beiden Nachı)
Vgl. Zur Vorgeschichte 8.40, 2; Vierordt 8.156 ff.
?) Zur Vorgeschichte 8.44, 79, 139. — Auf den Markgrafen Ernst von
Baden, den jüngeren Bruder Philipps, welcher in der Herrschaft Hochberg
regierte, scheinen es die Evangelischen nicht ausdrücklich abgesehen zu haben;
sie glaubten wohl, mit Philipp zugleich auch ihn zu gewinnen. Ernst hielt
sich damals noch ziemlich neutral zwischen den beiden Glaubensparteien;
später hat er sich entschiedener der Reform zugewandt; Stälin IV, 18.24.
®) Zu beachten ist allerdings, dafs Longin, der Sekretär des venetianischen
Gesandten beim Erzherzog, am 30. Mai 1526 aus Speier nach Venedig
meldet, der Kurfürst Johann und Landgraf Philipp hätten sich verbunden,
die Kirchenreform mit Aufgebot aller ihrer Kräfte und Mittel zu betreiben,
und ihnen stimme auch der Markgraf von Baden (und die beiden Brandenburger,
nämlich Kasimir und Georg) zu. Thomas, Martin Luther und die
Reformationsbewegung in Deutschland nr. 203.
#) Zur Vorgeschichte S. 139.
5) In einer für den Reichstag von Augsburg bestimmten Instruktion
(d. d. Hamboich Martins- Abend — 10. Nov. — 1525; Orig. in Düsseldorf
St. A., Abt. Jülich) klagt Johann III, dafs er durch den Herzog von Geldern
und dessen Anhang unaufhörlich belästigt werde und beständig auf seiner
Hut sein müsse, wie wenn er im offenen Kriege lebte.