1174.
21. Feb.
3. Mãrz.
B. Apr.
282 2. Buch. 9. Kopitel.
hitzigen Kampf geendet, indem er sein entscheidendes Wort zu
Gunsten des Sachsenherzogs in die Wagschale legte, indem er offen
für diesen Partel ergriff. Damit erst scheiterte der große Fürstenbund
gegen Heinrich den Löwen definitiv: nicht Heinrich, sondern
die Fürsten waren es, welche die Ungnade des Kaisers traf. Daß er
nach Zurückschlagung dieses gewaltigen Sturms seine Macht nach allen
Seiten für vollig befestigt und keinen ernstlichen Gefahren mehr
ausgesetzt hielt, das hatte Heinrich am deutlichsten dadurch gezeigt,
daß er nicht lange nach Beendigung dieses Kampfes sein Land auf
ein Jahr verließ und seinen frommen Wünschen folgend sich in den
fernen Orient begab. Wenn daher Friedrich sich jetzt den Beistand
eines so gewaltigen Mannes entgehen ließ, so kann dies — abgesehen
davon, daß er zunächst wohl nicht gleich alle ihm zu Gebote
stehenden Kräfte in den Kampf führen wollte, — eigentlich nur
darin seinen Grund gehabt haben, daß er zur Aufrechterhaltung
der Ruhe eine bedeutende Macht zurückzulassen für nöthig hielt.
Dazu aber konnte, wie ihr damaliges Verhältniß zu einander war,
seine Wahl kaum auf einen andern Fürsten fallen als auf Heinrich
den Löwen. In dem während der letzten Jahre so vielfach von
inneren Kämpfen erschütterten Norden Deutschlands nicht bloß,
sondern auch im Süden stand gerade Heinrich als ver mächtigste
Fürst da: ihm lag daher während der Abwesenheit des Kaisers die
Aufrechterhaltung des inneren Friedens und der kaiserlichen Autorität
ganz besonders ob. Und von diesem Gesichtspunkte aus wird
es erklärlich, wie Friedrich den Sachsenherzog von der Theilnahme
an dem neuen italienischen Zuge entbinden konnte: er ließ ihn als
den Hüter und Wächter seiner eigenen Stellung im Reiche zurück.
Bis zum Aufbruche Friedrichs widmeten sich die Fürsten gemeinsam
der Ordnung der Reichsangelegenheiten. Am 21. Februar
schon finden wir Heinrich zu Merseburg beim Kaiser.) Am 3. März
ist er mit Friedrich zu Quedlinburg Zeuge, als die Nebtissin Adelheid
von Quedlinburg dem dortigen Marienkloster das Johannishospital
unterordnet.') Dann geht er mit dem Kaiser südwärts nach
Baiern, wo noch einmal die Fürsten des Reichs sich zu einer wichtigen
Berathung versammeln sollten. In Friedrichs Gegenwart
schlichtet Heinrich am 23. April zu Sewen einen Streit zwischen
dem Abte Sigeboto von Sewen und dem Reichersberger Kloster
) Reg. 144. 115. 2) Reg. 146.