Full text : Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert. Zweiter Teil. Bis zu den Karlsbader Beschlüssen. (25)

640  Hardenberg  über  die  Ministerkrisis  vom  Jahre  1819.

Partei  im  Ministerium  gebildet  —  seitdem  die  Kabinetts-Ordre  v.  11.  Jan.  d.  J.
dem  Zeitgeiste  entgegengewirkt,  das  Turnen,  das  Erziehungswesen  gerügt  hat.

Boyen  und  Beyme.  Nachher  durch  Humboldt  Dazwischenkünfte  ohnerachtet  meiner
freundschaftlichen  Warnungen.

Festes  Zusammenhalten  dieser  Partei,  besonders  bei  der  Untersuchungssache  und
den  Karlsbader  Beschlüssen.

Humboldts  Berichtsentwurf.  Votum  von  Bernstorff:  dito  Boyen  und  Beyme.
Protokoll  ad  Regem  ohne  Konklusum  und  Bericht.  Bernstorff  ist  nicht  wieder  gehört.

Der  Plan  liegt  tief.  Die  Partei  will  die  gegenwärtige  Administration  stürzen  und
sich  an  die  Stelle  setzen,  angeblich  die  Finanz-Verlegenheit  und  Steuergesetze  dazu  benutzen.

Ancillons  Gutachten  über  die  Karlsbader  Sache.

Sehr  schlimm.  Es  ist  die  höchste  Zeit.  Entweder  oder.  Die  Beamten,  viele
Offiziere,  Lehranstalten  angesteckt.  Oberpräsident  Merckel  und  Schön.  Die  Jugend  wird
verdorben.

Komponieren  läßt  sich  nicht.  Eylerts  Gutachten.

Der  Tadel  wird  bekannt,  wirkt  demoralisierend.  Man  sehe  nur  auf  alle  Flugblätter
der  revolutionären  Partei.  Es  ist  einerlei  Sprache.

In  der  größten  Gefahr  stand  ich  allein  mit  dem  königlichen  Vertrauen.  Nur  weil
ich  allein  konnte  ich  etwas  leisten.  Jetzt  wieder.

Der  Kriegsminister  ist  fort.  Ist  viel,  hilft  aber  nichts,  wenn  Beyme  und  Humboldt
zusammenbleiben.  B.  und  H.  müssen  dispensiert  werden.

Finanz=  und  Steuerpläne.

Schulwesen  reformieren  (die  Personen).  Merckel  zu  entlassen.

Pirch  erhält  die  Militär-Erziehungsanstalten.

Niederrhein  —  Bülow.

Sachsen  —  Schönberg.

Schlesien  —  Ingersleben.

 

Druck  der  Fürstl.  priv.  Hofbuchdruckerei  (F.  Mitzlaff)  Rudolstadt.