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habe, dem aber die Nebenbefähigung etwa in der Geschichte und
Geographie abgehe, nur ein Zeugniß zweiten Grades erhalte, und
man sonach für die Beurtheilung der Befähigung und Brauchbarkeit
des Examinirten in dem Zeugnißgrade keinen Anhalt habe.
Es sei nicht selten, daß Zeugnisse zweiten Grades von größerem
Werth seien, als Zeugnisse des ersten. Außerdem führe die
irrationelle Gradeintheilung dahin, daß häufig Lehrer den Zeugnißgrad
durch Erlangung von Nebenbefähigungen zu erhöhen suchten,
während es vielmehr im Interesse des Unterrichtes liege, daß der
Lehrer gerade in seinem Hauptfache weiter arbeite.
Der unter Nr. 3 gestellte Antrag des Dir. Bonitz fand in der
Versammlung neben Zustimmung (Dillenburger) auch mehrfachen
Widerspruch, z. B. seitens der HH. Schrader, Klix, Wiese.
Der attere bemerkte dabei, daß der Umfang der zestellten Anträge
zu groß und deren Gegenstand zu wichtig 7 als daß er bei der
noch zu Gebote stehenden Zeit eingehend behandelt werden könnte.
Der Minister erklärte, daß auch er eine gründliche Durchberathung
der vom Dir. Bonitz übrigens schriftlich motivirten Anträge
bei der gegenwärtigen Gelegenheit gleichfalls nicht für möglich halte,
daß er aber, auch ohne daß eine solche Berathung stattfände, Veranlassung
nehmen werde, an diese Anträge Weiteres anzuknüpfen.
Der Minister gab daher dem Antragsteller anheim, auf eine Erörterung
seiner Anträge an dieser Stelle zu verzichten. Hr. Bonitz
war damit einverstanden.
Es wurde noch ein an die Conferenz gerichtetes Schreiben
verlesen, in welchem der Erlaß von Bestimmungen über die Dispensation
vom Gymnasial-Abiturienteneramen empfohlen war. —
Die Conferenz nahm davon Kenntniß.
Endlich wurde beschlossen, daß die definitive Feststellung der
über die Verhandlungen der Conferenz aufgenommenen Protokolle
einer Redactions-Commission übertragen werden solle. Zu Mitliedern
dieser Commission wurden (außer dem Protokollführer) die
in Berlin wohnhaften, nicht dem Ministerium angehörigen Mitglieder
der Versammlung bestellt. Schul R. Klix übernahm es, die
Geschäfte der Commission zu leiten.
Geh. R. Dillenburger sprach sodann dem Minister den
Dank der Versammlung für die Berufung der Conferenz und für
die seitung der Verhandlungen aus.
Der Minister erwiederte diesen Dank, wobei er erklärte, die
Unterrichtsverwaltung werde alles, was in der Versammlung verhandelt
worden sei, in weitere sorgfältige Erwägung nehmen, und
schloß die Conferenz mit dem Wunsche, daß das Resultat derselben
der Schule zum Wohl gereichen möge.
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