Metadata : Protokolle der im October 1873 im Königlich Preußischen Unterrichts-Ministerium über verschiedene Fragen des höheren Schulwesens abgehaltenen Conferenz.

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habe,  dem  aber  die  Nebenbefähigung  etwa  in  der  Geschichte  und
Geographie  abgehe,  nur  ein  Zeugniß  zweiten  Grades  erhalte,  und
man  sonach  für  die  Beurtheilung  der  Befähigung  und  Brauchbarkeit
  des  Examinirten  in  dem  Zeugnißgrade  keinen  Anhalt  habe.
Es  sei  nicht  selten,  daß  Zeugnisse  zweiten  Grades  von  größerem
Werth  seien,  als  Zeugnisse  des  ersten.  Außerdem  führe  die
irrationelle  Gradeintheilung  dahin,  daß  häufig  Lehrer  den  Zeugnißgrad
  durch  Erlangung  von  Nebenbefähigungen  zu  erhöhen  suchten,
während  es  vielmehr  im  Interesse  des  Unterrichtes  liege,  daß  der
Lehrer  gerade  in  seinem  Hauptfache  weiter  arbeite.

Der  unter  Nr.  3  gestellte  Antrag  des  Dir.  Bonitz  fand  in  der
Versammlung  neben  Zustimmung  (Dillenburger)  auch  mehrfachen
Widerspruch,  z.  B.  seitens  der  HH.  Schrader,  Klix,  Wiese.
Der  attere  bemerkte  dabei,  daß  der  Umfang  der  zestellten  Anträge
zu  groß  und  deren  Gegenstand  zu  wichtig  7  als  daß  er  bei  der
noch  zu  Gebote  stehenden  Zeit  eingehend  behandelt  werden  könnte.

Der  Minister  erklärte,  daß  auch  er  eine  gründliche  Durchberathung
  der  vom  Dir.  Bonitz  übrigens  schriftlich  motivirten  Anträge
bei  der  gegenwärtigen  Gelegenheit  gleichfalls  nicht  für  möglich  halte,
daß  er  aber,  auch  ohne  daß  eine  solche  Berathung  stattfände,  Veranlassung
  nehmen  werde,  an  diese  Anträge  Weiteres  anzuknüpfen.
Der  Minister  gab  daher  dem  Antragsteller  anheim,  auf  eine  Erörterung
  seiner  Anträge  an  dieser  Stelle  zu  verzichten.  Hr.  Bonitz
war  damit  einverstanden.

Es  wurde  noch  ein  an  die  Conferenz  gerichtetes  Schreiben
verlesen,  in  welchem  der  Erlaß  von  Bestimmungen  über  die  Dispensation
  vom  Gymnasial-Abiturienteneramen  empfohlen  war.  —
Die  Conferenz  nahm  davon  Kenntniß.

Endlich  wurde  beschlossen,  daß  die  definitive  Feststellung  der
über  die  Verhandlungen  der  Conferenz  aufgenommenen  Protokolle
einer  Redactions-Commission  übertragen  werden  solle.  Zu  Mitliedern

  dieser  Commission  wurden  (außer  dem  Protokollführer)  die

in  Berlin  wohnhaften,  nicht  dem  Ministerium  angehörigen  Mitglieder
  der  Versammlung  bestellt.  Schul  R.  Klix  übernahm  es,  die
Geschäfte  der  Commission  zu  leiten.

Geh.  R.  Dillenburger  sprach  sodann  dem  Minister  den
Dank  der  Versammlung  für  die  Berufung  der  Conferenz  und  für
die  seitung  der  Verhandlungen  aus.

Der  Minister  erwiederte  diesen  Dank,  wobei  er  erklärte,  die
Unterrichtsverwaltung  werde  alles,  was  in  der  Versammlung  verhandelt
  worden  sei,  in  weitere  sorgfältige  Erwägung  nehmen,  und
schloß  die  Conferenz  mit  dem  Wunsche,  daß  das  Resultat  derselben
der  Schule  zum  Wohl  gereichen  möge.

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