Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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Gabel  sah  nun  zwar  wohl,  daß  der  Probst  von  Slagelse,
  der  uͤbrigens  zu  Roskild  vom  Erbreich-Projekt  noch
kein  Wort  gesagt  hatte,  nicht  fuͤr  jede  Gefahr  stehen  koͤnne,
aber  doch  waren  die  glücklichen  Wahrscheinlichkeiten  so  überwiegend,
  daß  man  der  Geistlichkeit  im  Ganzen  versichert
seyn  konnte,  und  also  auch  von  der  Mehrheit  des  Volkes
das  Beste  erwarten  dürfte.  Etwas  mußte  immer  gewagt
werden;  dafür  war's  aber  auch  ein  großes,  gutes  Unternehmen,
  von  dem  Welt  und  Nachwelt  sagen  mochten.

Wie  auch  den  Tag  nachher)  der  Club  wieder  zum
weiteren  Besprechen  stille  zusammen  schlich,  so  kam  der  Kammer-Schreiber
  mit  der  Nachricht,  der  Koͤnig  wünsche  jetzt,
daß  die  Sache  schnell  vorwärts  gehe.  Sie  moͤchten
sich  durch  den  kleinen  Umstand  nicht  irre  machen  lassen,
daß  eine  Verordnung  wegen  Stempelpapier  erscheinen  werde.
Der  Reichsrath  habe  sie  schon  vor  einigen  Tagen  dem  Koͤ-nige
  vorgelegt;  der  König  habe  sie  unterschrieben;  es  werde
aber  ohne  Bedeutung  seyn.

Jetzt  stund's  also  in  den  letzten  Momenten  des  Werdens.
  Die  geistlichen  Herren  waren  bei  sich  einig,  daß
man  die  Erklärung,  über  die  der  Reichsrath  hoch  aufsiannen
  werde,  nicht  mündlich,  sondern  schriftlich  an  die  wohlweisen
  Herren  gelangen  lassen  solle;  sie  möchten  alsdenn
mit  beistimmen  oder  nicht,  so  müßte  gleich  eine  Akte  des
verabredeten  Inhalts  aufgesetzt  werden,  die  geradezu  an  den
Koͤnig  gehe.  Jeder  Bischof  nahm's  auf  sich,  seine  Stifts-Deputirte
  noch  gehdrig  vorzubereiten.  Man  war  aber  auch
wegen  dieser  ihren  Gesinnungen  fasi  nicht  mehr  bange;  nur
wie  mochte  es  mit  den  vielen  städtischen  Deputirten  werden,

)  6.  Okt.