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Januar15.der, welcher dieselben in dem werk sicht, warnimbt und die mitl
darzu vor der hand hat. [Mich hat mörkhlich geholffen ein steiffes
propositum, alle vnnotwendikheiten abzustellen, item dass ich selbs zu
meinen sachen gesehen, die rechnungen selbs gelesen vnd wass ich
für mengl dabei gefunden, geandet, bericht genommen, der sachen
remediert, auch den mittlen, das einkhommen debito modo zu uerbössern,
selbst nahgedacht; vnd ist in hac materia das sprichwort
ganz wahr: oculus domini saginat equum. Ess wird das maiste an
I. M.! resolution selbs gelegen sein, dass sie gedenkhen, dass die
rehte reputation vnd grandezza nit in dem spendiern sonder in dem
wolspendiern vnd gespärikheit stett; dann vil khlaine machen ein
gross vnd von vilen hunderten entspringen vil tausent vnd auss den
tausenten werden die milliones, vnd ein fürst, so nit bei diser itzigen
bösen welt reich ist, der het khein authoritet noch reputation, vnd
wo dise 2 nit sein, da muss das publicum bruchen leyden. Ich hab
gleichwol den brauchen, dass alle monat ein jeder pfening, so bei
meinem zolamt oder hazienda ein vnd aussget, mir ordenlich verzaichnet
muss zugestelt werden; da khan nun nit sich baldt ein
verlogenheit oder untrew verbergen; dan wo ich ein bedenkhen finde,
muss mans incontinenti erleittern ; also auch, da in der einnamb sich
ein vnderschid oder abgang befindt, khan man gleich denselben merkhen
und alssbalt nahsuchen, woher er sich nimbt, also auch wie solhem
zu remediern oder dabei sonsten wass zu uerbössern. Dass ich nit
mer satisfaction in diser materia gib, werden E. Erw. aus vorangerehten
vrsachen mich entschuldigen“]t — Datum in meiner statt
München den 15. januarii a. 1611.
Ma., 292|10, f. 1; Kpt, von Pichler mit eigenhändigem Zusatz des Herzogs.
Januar 16.21. Bericht des Karl Freiherrn von Wolkenstein an
Erzherzog Maximilian über seine Schickung nach
Udenhbeim und Heidelberg.
Am 24, Dezember erhielt ich E. fl. D.‘ Befehl und traf am 30.
in Udenheim ein. Gegenstand der Besprechung mit dem Bischof von
Speier war vornehmlich die bruchsal-udenheimische Sache,? in der er
Dero Fürwort erbat. — Am 2. Januar kam ich nach Heidelberg. Noch
abends lud ich Lingelsheim zu mir, der im Gespräch äusserte, wenn nicht
das leopoldische Volk im Elsass und Passau etwas errege, werde
man wol Frieden in diesem Jahre haben; es heisse aber, man wolle dies
Volk nicht abdanken und noch das mailändische Volk ins Reich
kommen lassen; in diesem Fall müsse man daran denken, dem Unheil
zuvorzukommen. Neulich seien deswegen die Gesandten der Kurpfalz,
1 Kigenhändiger Zusatz des Herzogs.
? Vgl. Briefe und Akten, VI., no. 384 und F.X. Remling, Geschichte
der Bischöfe zu Speyer, II., Mainz 1854 S. 431 f., 452 f.