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Auch die Hochseeflotte hatte keinerlei entscheidende Tätigkeit entfaltet.
Wir haben gesehen, daß sie bei der Eroberung der Baltischen
Znseln in entscheidender Weise mitwirkte und dabei ihre volle Ceistungsfähigkeit
an den Tag legte; da aber selbst bei der Abwesenheit
der deutschen Schlachtflotte in der Ostsee die weit überlegene englische
Flotte nicht dazu zu bewegen war, irgend etwas in der Mordsee zu
unternehmen, war nicht darauf zu rechnen, daß sie ihren Erfolg in
Sukunft anders als in der bisherigen negativen Weise anstreben
würde. Die blutigen LCehren, die sie sich in der Skagerrakschlacht ge-Rolt
hatte, trugen ihre Früchte.
In der Türkei und bei deren Derbündeten hatte die Eroberung
Bagdads durch die Engländer einen nachhaltigen Eindruck gemacht.
Diese stellten im weiteren Vorgehen bei Chanikin die VDerbindung mit
den über Hamadan und Kermandschabh aus Hersien vordringenden
Russen Baratows 100 km närdlich von Bagdad her. Aber auch der
Verlust von Bagdad selbst war von hoher Bedeutung. Hatte doch
gerade diese Stadt als Stützpunkt in Mesopotamien nicht nur einen
großen militärischen Wert, sondern auch als früherer Sitz des Kalifats
eine nicht zu unterschätzende religiöse Bedeutung. Die Bedeutung
des Kalifats dachte man sich gewissermaßen, allerdings in unklarer
Weise, von dem Zesitze Bagdads abhängig. Für Europäer aber
war vor allem sein militärischer Wert von Bedeutung. Es war
daher durchaus verständlich, wenn man in Konstantinopel alles
daransetzen wollte, um die Stadt wiederzuerobern, und sich auch durch
die Fortschritte der Engländer in Halästina um so weniger beeinflussen
ließ, als diesen Fortschritten durch die beiden siegreichen
Schlachten von Gaza Halt geboten worden war. Man ging sofort
an die Vorbereitung dieses Unternehmens, dessen Schwierigkeiten
völlig unterschätzt wurden, und gab ihm die besondere Bezeichnung
„Jilderim“ — der Blitz —, die aus der napoleonischen Seit herzustammen
scheint. General von Falkenhayn mit einem nach deutschem
Muster organisierten Stabe sollte das Bierfür bestimmte Korps
führen. Auch das deutsche Kriegsministerium ging auf diesen Hlan
ein und beschloß im Einverständnis mit Hindenburg, das Unternehmen
nachhaltig zu unterstützen, indem es ein eigenes deutsches
„Asienkorps“ schuf, das aus den Infanteriebataillonen 701 bis 703
zu je drei Kompanien, mehreren ZBatterien, drei Sügen Kavallerie
mit zwei Maschinengewehren und zahlreichen anderen Formationen
bestand 1) und eine nicht unbedeutende Masse in der türkischen Armee
1) Das deutsche Asienkorps bestand im einzelnen, abgesehen vom BHeeresgruppen.
kommando und seinem Stabe aus folgenden Truppenteilen: den Infanteriebataillonen
701—708 zu je drei Kompanien; drei Maschinengewehrkompanien zu je sechs Gewehren;
drei Zügen Uavallerie mit zwei Maschinengewehren; drei Minenwerfertrupps mit
je vier leichten Minenwerfern; einem Artillerieabteilungsstab mit zwei Batterien
leichter Feldhaubitzen 16, einer Batterie Feldkanonen 16 und leichter Munitionskolonne;
einem Infanteriegeschützzug mit leichter Munitionskolonne; zwei Gebirgshaubitzenzüge
mit leichter Munitionskolonne; einer Klugabwehrkanonenbatterie; einer