Full text : Hermann Stegemanns Geschichte des Krieges. Erster Band. (1)

346  Anhang  zur  Vorgeschichte  des  Krieges

3.  Die  Bomben  sind  Handgraonaten,  die  dem  Waffendepot  der  serbischen
Armee  in  Kragujevac  entstammen.

4.  Um  das  Gelingen  des  Abttentates  zu  sichern,  unterwies  Milan  Ciganovic
den  Princip,  den  Gabrinovic  und  Grabez  in  der  Handhabung  der  Granaten  und
gab  in  einem  Walde  neben  dem  Schießfelde  von  Topschider  dem  DPrincip  und
Grabez  Unterricht  im  Schießen  mit  Browningpiskolen.

5.  Am  dem  Princip,  Gabrinovic  und  Grabez  den  #bergang  über  die  bosnisch.
herzegowinische  Grenze  und  die  Einschmuggelung  ihrer  Waffen  zu  ermöglichen,  wurde
ein  ganz  gebeimes  Transportsystem  durch  Ciganovic  organisiert.  Der  Eineritt
der  Verbrecher  same  ihren  Waffen  nach  Bosnien  und  der  Herzegowina  wurde
von  den  Grenzhauptleuten  von  Schabag  (Nade  Dopovic)  und  Loznica  sowie  von
den  Jollorganen  Budivof  Grbie  von  Loznica  mit  Beihilfe  mehrerer  anderer
Personen  durchgeführt.

Gelegentlich  der  Abergabe  der  vorstehenden  Note  wollen  Eure  Hochwohl.
geboren  mündlich  hinzufügen,  daß  Sie  beauftragt  seien  —  falls  Ihnen  niche  inzwischen
eine  vorbehaltlose  zustimmende  Anework  der  Königlichen  Regierung  zugekommen
sein  sollte  —,  nach  Ablauf  der  in  der  Note  vorgesehenen,  vom  Tage  und  von  der
Stunde  Ihrer  Mitteilung  an  zu  rechnenden  48stündigen  Frist  mit  dem  Personal
der  k.  u.  k.  Gesandtschaft  Belgrad  zu  verlassen.

(19)  Das  Blaubuch  (Nr.  3)  sagt  darüber  in  einem  Schreiben  Sir  Edward
Grevs  vom  23.  Juli  an  den  britischen  Gesandten  zu  Wien,  Eir  M.  de
Bunsen:

„  The  possible  consequences  of  the  present  situation  were  terrible.
If  as  many  as  four  Creat  Powers  of  Europe  —  let  us  say.,  Aus  tria.  France,
Russia  and  Germany,  were  engaged  in  war,  it  scemed  to  me  that  it  must
involve  the  expenditure  of  so  vost  u  sum  of  money,  aud  such  an  interference
with  trade,  that  a  war  would  be  accompanied  or  followed  by  a  complete  collapseof
  European  credit  and  industry.  In  these  days,  in  great  industrial  States,
this  would  mean  a  state  of  things  worse  than  that  of  1848,  and  irrespective  of
wbo  were  victors  in  the  war,  many  things  might  be  completely  swept  away.

Count  Mensdorff  did  not  demur  to  this  statement  of  the  possible  conscquences
  of  the  present  situation,  but  he  said  that  all  would  depend  upon
Russia.

I  made  the  remark  that,  in  a  time  of  difficulties  such  as  this,  it  was  just
as  true  to  Ssay  that  it  required  two  to  keep  the  peace  us  it  was  to  say,  ordinarüy,
that  it  took  two  to  make  a  qunrrel.  I  hoped  very  much  that.  if  tbere  were
dilliculties,  Austria  and  Russia  would  be  able  in  the  first  instance  to  discuss
them  directly  with  each  other.

Count  Mensdorff  said  that  he  boped  this  would  be  possible,  bur  he  was
under  the  impression  that  the  attitude  in  St.  Petersburgh  hat  not  been  very)
favourable  recently)

(20)  Das  rusüische  Orangebuch  (Nr.6)  teilt  den  Hilferuf  des  Kronprinzen  und
Regenten  Alexander  von  Serbien  im  Wortlaut  mit.  Er  ist  in  sestem  Ton  geschrieben
  und  läße  die  Erinnerung  an  die  uneingelöste  Schuld,  die  Rußland  1908/09
einging,  deutlich  anklingen.  Es  heifßt  darin: