Full text : Die Verfassung des Deutschen Reichs.

106  Vorgeschichte  der  Reichsverfassung.

Württemberg,  diejenige  des  Höchstkommandirendeun  für  das
Armeekorps  nach  vorgängiger  Zustimmung  Seiner  Majestät
  des  Königs  von  Freasen  als  Bundesfeldherr.  Seine
Majestät  der  König  von  Württemberg  genießt  als  Chef
Seiner  Truppen  die  Ihm  Allerhöchst  zustehenden  Ehren  und
Rechte  und  übt  die  entsprechenden  gerichtsherrlichen  Befugnisse
  sammt  dem  Bestätigungs=  und  Begnadigungsrecht  bei
Erkenntnissen  gegen  Angehörige  des  Armeekorps  aus,  welche
über  die  Befugnisse  des  Armeekorps-Kommandanten,  beziehungsweise
  des  Königlich  Württembergischen  Kriegsministeriums
  hinausgehen.

 

Artikel  6.

Unbeschadet  der  dem  Bundesfeldherrn  gemäß  der  Bundesverfassung
  zustehenden  Rechte  der  Disponirung  über  alle
Bundestruppen  und  ihrer  Dislocirung  soll  für  die  Dauer
friedlicher  Verhältnisse  das  Württembergische  Armeekorps
in  seinem  Verband  und  in  seiner  Gliederung  erhalten
bleiben  und  im  eigenen  Lande  dislocirt  sein;  eine  hiervon
abweichende  Anordnung  des  Bundesfeldherrn,  sowie  die
Dislocirung  anderer  Deutscher  Truppentheile  in  das  Königreich
  Württemberg  soll  in  friedlichen  Zeiten  nur  mit  Zustimmung
  Seiner  Majestät  des  Königs  von  Württemberg
erfolgen,  sofern  es  sich  nicht  um  Besetzung  Süddeutscher  oder
Westdeutscher  Festungen  handelt.

Artikel  7.

Ueber  die  Ernennung  der  Kommandanten  für  die  im
Königreiche  Württemberg  gelegenen  festen  Plätze,  welche  nach
Artikel  64  der  Bundesverfassung  dem  Bundesfeldherrn  zusteht,
  sowie  über  die  Demselben  gleichermaßen  zustehende
Berechtigung,  neue  Befestigungen  innerhalb  des  Königreichs
anzulegen,  wird  sich  der  Bundesfeldherr  eintretenden  Falls
mit  dem  Könige  von  Württemberg  vorher  in  Vernehmen
setzen;  ebenso  wenn  der  Bundesfeldherr  einen  von  Ihm  zu
ernennenden  Offizier  aus  dem  Königlich  Württembergischen
Armeekorps  wählen  will.

Um  der  Beurtheilung  dieser  Ernennungen  eine  Grund-