158 Sweites Kapitel.
nahme einer Ginsgarantie des Staates für Rentenbanken ab, welche den
Bauern die Ablösung von Fronden und Tasten erleichtern sollten. Sie
versagte ihre Sustimmung zu einer Anleihe zum Bau einer ESisenbahn
von Berlin nach Königsberg. Und doch waren beides Anträge, die sachlich
ebenso segensreich waren, wie sie den allgemeinen Wünschen entsprachen.
Aber die Harteidoktrin galt über alles. Ein gedeihliches Susammenwirken
mit der Regierung war von einer solchen Gesinnung nicht
zu erwarten. Enttäuscht und verstimmt verließ daber der König Berlin
und ließ am 26. Juni 1847 durch den Minister von Bodelschwingh den
Dereinigten Landtag schließen.
Wohl bleibt es des Königs unsterbliches Derdienst, die weitere Ausbildung
der ständischen Dertretung in Dreußen angebahnt zu haben. Er
behielt auch die Weiterentwickelung der Institution im Auge, nur daß
jegliche Zeschränkung der altererbten Rechte der Krone lediglich der Entsagung
seines freien Entschlusses entstammen sollte. Aber von außen
angesehen, war doch der Verlauf des Landtages für den König ein Fehlschlag.
Sum erstenmal waren in Deutschland die Geister auf einer
wirklich bedeutenden Bühne aufeinander getroffen. Vor Preußen, ja vor
ganz Deutschland sprachen bei der völligen Gffentlichkeit der Verhand—
lungen die Redner; um Grundsätze ging der Kampf. Und das war der
Erfolg, daß der König in den völlig unverdienten Ruf kam, ein starrer
Absolutist zu. sein, daß die Koffnungen, welche man in Deutschland für
eine bessere Gestaltung der Dinge auf Hreußen gesetzt hatte, in nichts
zerwehten. Das Ansehen des Rönigtums war geschädigt, die Geltung
Dreußens in Deutschland gesunken, während eine zunehmende Erregung
der Gemüter bis in die fernsten Kreise getragen war.
Am 2. April 1848 trat der Dereinigte Landtag noch einmal zu
kurzer Tagung zusammen. An seinen Derhandlungen aber hat damals
der Drinz von Hreußen nicht teilgenommen.