Full text : Bibliogrraphie der deutschen Universitäten. Erster, allgemeiner Teil. (1)

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Preußens  und  die  vom  Wald  entblößten  ebenda;  welch  reizvolles
Bild  dort,  welch  trostlose  Leere  und  Landweiligkeit  hier!

Nicht  jedes  Dorf  kann  von  Natur  eine  durch  Berg  und  Tal
gdegebene  romantische  Lage  haben,  sich  in  einem  Berge  oder  Hügel
einen  für  das  Auge  wohltuenden  Hintergrund  schaffen:  wohl  aber
könnte  sich  jedes  Dorf  mit  einem  kleinen  oder  größeren  Walde  ein
reizvolles,  anziehendes  Gepräge  verleihen,  das  die  Liebe  zur
Heimat  verstärkt,  die  Frende  an  dem  engen  Heimatkreise  erhöht,
das  Wohngesühl  im  hesmatlichen  Sinne  beeinflußt,  das  dann  auch
in  der  Vorstellung  des  Fortwandernden  ein  trauliches,  reizvolles
Heimatbild  hinterläßt,  an  dem  sich  das  für  unsere  Zeit  so  wertvolle
  echte  Heimweh  entspinnt.

Wenn  nun  auch  seit  dem  11.  Jahrhundert  keine  große  Aenderung
  im  Waldbestande  Dentschlands  mehr  eingetreten  ist  und
wir  uns  gegenwärtig  nicht  in  einer  forstlich  schlechteren  Zeit  befinden
  als  vor  100  und  mehr  Jahren,  so  kann  man  trotzdem  von
einer  ernsten  Gesährdung  unseres  Waldes  und  schweren  Mißständen
  auf  forstlichem  Gebiete  in  mehr  als  einer  Beziehung  reden.
Einerseits  werden  noch  täglich  ohne  Rücksicht  auf  das  Gemeinwohl
aroße  Waldslächen  augenblicklichen  Vorteils  halber  abgeholzt,
andererseits  fügt  eine  unsachgemäße  Waldpflege,  namentlich  der
bäuerlichen  Besitzer,  dem  Walde  ständig  unberechenbaren  Schaden
an.  Als  ein  Mißstand  muß  es  ferner  bezeichnet  werden,  wenn
noch  hundertansende  von  Hektaren  aufforstungsfähiges  Oedland
in  Deutschland  brach  liegen.  Endlich  haben  fich  in  den  Nutzungsverhältnissen
  des  Waldes  teils  infolge  der  allgemeinen  wirtschaftlichen
  Entwickelung,  teils  aus  technischen  Gründen  Verschiebungen
vollzogen,  die  wir  von  unserem  Standpunkte  und  im  Interesse  des
Vollswohls  aufs  tiefste  beklagen.

Am  schonungslosesten  als  Waldverwüster  wirken  natürlich  die
Gäterschlächter.  Wo  hente  große  Güter  mit  Waldbeständen  in  ihre
Hände  fallen,  da  hören  wir  auch  zugleich  die  Säge  und  Art  im
Walde.  Er  wird  bis  auf  den  letzten  Baum  zermalmt  und  deckt  mit
seinem  Erlös  allein  den  Ankauf  des  Gutes,  sodaß  die  Parzellenpreise
  für  die  Kulturländercien  für  den  Güterschlächter  zum  reinen
Gewinn  werden.  Ein  Stück  Oedland  bleibt  in  gähnender  Leere
zurück,  ein  Schmuck  und  Schutz  der  Landschaft  ist  wieder  verschwnnden.
  Auch  große  Banken  beteilien  sich  ost  an  dieser  verwerflichen
  Vernichtung  des  Wald

Noch  betriibender  ist  es,  wenn  alteingesessene  Grundherren
in  gleicher  Weise  verfahren,  wie  das  leider  immer  noch  hier  und
da  zu  beklagen  ist.  Dagegen  suchen  die  großen  staatlichen  und
staatlich  unterstützten  Anfiedelungsorgane,  über  deren  Maßregeln
wir  uns  in  der  vorigen  Auflage  noch  zu  beklagen  hatten,  jetzt  bei
der  Siedelungstätigkeit  möglichst  auf  Erhaltung  und  zweckmäßige
Verwertung  der  Waldbestände  hinzuwirken.

Sobnred.  Begwellser.  k