Full text : Zeitschrift für die gesammte Staatswissenschaft. Neunter Band. Jahrgang 1853. (9)

in  Hinblick  auf  den  Anschluss  an  den  Zollverein.  387

hervor,  dass,  während  der  Steuerverein  in  dem  Rechnungsjahre
%/,;7  (von  Juli  bis  Juli)  eine  Gesammteinfuhr  von  2  Millionen
Himten  Getreide  und  Hülsenfrüchte  (worunter  über  800,000
Himten  aus  dem  Zollvereine)  nöthig  hatte,  derselbe  andererseits
dem  Zollvereine  c.  360,000  Himten,  1848  c.  427,000  Himten
aus  seiner  Production  überliess.

Vor  etwa  12  Jahren  ist  eine  bedeutende  Masse  Getreide
aus  Süd-Hannover  nach  Thüringen  gegangen;  häufiger  wird  das
nördliche  Hessen  (Kassel)  von  dort  aus  versehen  und  im  vorigen
Jahre  kamen  hessische  Fuhrleute  bis  Hildesheim,  um  Getreide
für  das  Fuldaische  zu  holen.  Dass  für  diesen  Absatz  nach  den
Binnenländern  der  jenseitige  Zoll  von  2  Sgr.,  resp.  1  Sgr.  wegfällt,
  darauf  müssen  die  hannoverschen  Landwirthe  gerade  eben
so  viel  Gewicht  zu  ihren  Gunsten  legen,  als  sie  dem  Wegfalle
des  1  ggr.  resp.  !/a  ggr.  in  umgekehrter  Richtung  zu  ihren
Ungunsten  zuzuschreiben  geneigt  sind.

Noch  wichtiger  ist  für  die  Viehzucht  des  Steuervereins  die
Aufhebung  der  Barrieren.  Auch  hier  steht,  je  nach  der  Lage
der  Provinzen,  der  Ausfuhr  in  den  Zollverein  eine  Einfuhr  aus
dem  Zollvereine  gegenüber,  letztere  zum  Theil  für  die  Bedürfnisse
  der  hannoverschen  Landwirthschaft  selber  (z.  B.  Jungvieh
oder  Magervieh  zur  weitern  Aufzucht  oder  Mästung,  'Arbeilsochsen
  u.  s.  w.).  Die  Ausfuhr  in  den  Zollverein  ist  aber  überwiegend.
  Sie  betrug  nach  mehrjährigem  Durchschnitt  c.  1400
Ochsen  und  Zuchtstiere,  10,000  Stück  Kühe  '),  3000  Stück
Jungvieh,  18,000  Stück  Schweine  und  Hämmel,  330,000  Pfund
Butter  und  100,000  Pfund  Käse.  “

Dagegen  die  Einfuhr  aus  dem  Zollvereine  in  den  Steuerverein
  nur  1300—1400  Pferde  und  Füllen  ?),  600—700  Ochsen

1)  Ein  sehr  bedeutendes  Geldobject,  da  hierunter  viele  Marschkühe
sich  befinden,  die  zu  hohen  Preisen  von  den  binnenländischen  Oekonomen
acquirirt  werden.

2)  Die  Ausfuhr  von  Pferden  aus  dem  Steuervereine  in  den  Zollverein
ist  nicht  speciell  notirt,  sie  ist  aber  jedenfalls  grösser  als  die  eben  angegebene
  Einfuhr.  Der  Zollverein  führt  im  Ganzen  c.  30,000  Pferde  jährlich
ein,  worunter  bekanntlich  viele  von  hannoverscher  Abstammung  (Gegend
von  Hoya  u.  s.  w.).