Full text : Zeitschrift für die gesammte Staatswissenschaft. Neunter Band. Jahrgang 1853. (9)

406  Die  volkswirthschafilichen  Zustände  des  Königreichs  Hannover

in  die  Einfuhr  aus  dem  Auslande  und  die  Einfuhr  aus  dem  Zollvereine.


1)  Künftige  Einfuhr  aus  dem  Auslande.

Dass  der  Consum  von  Colonialwaaren,  von  französischen
Weinen,  von  den  später  noch  bezogenen  englischen  Fabrikaten
u.  s.  w.  durch  die  höheren  Tarifsätze  vertheuert  werden  wird,
versteht  sich  von  selber.

Damit  verliert  aber  Hannover  als  Staat  —  die  Gesammtheit
seiner  Einwohner  —  auch  nicht  Einen  Groschen,  weil  die  ganze
Zollausgabe  der  hannoverschen  Consumenten,  welche  zunächst
in  die  gemeinschaflliche  Zollcasse  einfliesst,  aus  dieser  wiederum
der  hannoverschen  Staatskasse  als  Einnahme  und  zwar  durch
das  ausbedungene  Präcipuum  von  75  Procent  auf  das  Allervollständigste
  zugewendet  wird.  Hier  liegt  das  Geld  für  Rechnung
der  Consumenten  selber  in  ihrer  Eigenschaft  als  Steuerpflichtige,
und  es  ist  ihnen  durch  die  höhere  Zollbesteuerung  noch  gar
kein  höheres  Opfer  als  Folge  des  Anschlusses  notihwendiger  Weise
zugemuthet,  weil  sie  dieses  Plus  entweder  ohnehin  bei  gleichzeitiger
  Vermehrung  der  Staatsbedürfnisse  in  der  einen  oder  anderen
Form,  insbesondere  durch  die  unweit  bedenklichere  Erhöhung
directer  Steuern  hätten  aufbringen  müssen,  oder  weil  sie  dasselbe
bei  nicht  erhöhetem  Bedarfe  der  Staatskasse  in  der  einen  oder
anderen  Form,  z.  B.  durch  Ermässigung  der  directen  Steuern
oder  durch  raschere  Tilgung  der  Staatsschulden  vergütet  erhalten
können.  Beides  kann  auch  nebeneinander  Platz  greifen.

Nun  ist  bekannt,  dass  Regierung  und  Stände  von  Hannover
das  Bedürfniss  einer  Vermehrung  der  Staatseinnahmen  schon  vor
dem  Abschlusse  des  September-Vertrages  gefühlt  und  desshalb
eine  ansehnliche  Erhöhung  des  Eingangszolles  auf  Kaffee,  Tabak,
Thee,  Zucker,  Wein,  mithin  auf  die  ergiebigsten  fremden  Consumtionsartikel
  beschlossen  hatten  !).

1)  Es  sollten  erhöhet  werden  die  jetzigen  Sätze  des  Steuervereins:
für  Kaffee  .  .  von  3  Rthir.  3  ggr.  auf  4  Rthir.  4  ggr.

Tabaksblätter  „1,  19,  33,3%,
Thee  „6  „6,  »8,  8,
Syrup  nn  18  „  „  1  n  1  »
Wein  in  Fässern  „  2  3  5  29,»  99,
Rohzucker  „i  123  93.  3,