Full text: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6a. (6a)

48 Kurhessischer Staatsschatz und Frankfurter Lotterie. 
* 860. Schrelben an den Staatsminister Freiherrn von der Heydt. 
lKonzept von der Hand des Vortragenden RNats Wagner.] 
Obwobl König Wilhelm I. auf die Klogen, die während seines Badeausenthalts in Ems 
aus dem Helsischen, aus Srankfurt usw. wegen des „Durchfalls“ bürokrratisch-fiskalischer Orga- 
nisationsmahregeln, u. a. wegen der Aufbebung des beslischen Staatsschatzes und der Lotterien 
in Sranksurt, Hannover und Osnabrück an ihn gelangt waren, im vollen Einverständnis mit 
Bismarck die Durchführung dieser beiden Mahregeln schon im Juli 1867 vorläufig listiert hatte, 
war von dem Ginanzministerium die definitive Erledigung jener FSragen immer wieder hinaus- 
S#cchoben worden. Als nun der König am 12. September die Absicht aussprach, am 17. eine 
eise nach Baden anzutreten, und bei Bismarck onfragte, ob dem die „Geschäftsnotwendig- 
keit“ entgegenstebe, benutzte dieser die Gelegenbeit, um auf die vorberige Erledigung der Frage 
des belsilchen Staatslchatzes und der Lotterien zu dringen. In einem Schreiben an den König 
vom 13. September (iehe dessen Cext: Anhang zu den Gedanken und Erinnerungen, I, 167 f.) 
klagte er, doß beide Angelegenbeiten im Ginanzministerium so zurückhaltend behandelt würden, 
als ob der 1. Oktober, wo die Diktatur in den neu erworbenen Prooinzen aufbören mußte, 
nicht vor der Tür stände. Darauf versügte der König durch Nandbemerkung, daß Bismarck 
den Ginanzminister anweisen solle, die Staatsschatz- und Lotterieangelegenbeit noch vor jeiner 
Abreise jum Vortrag m bringen. 
Berlin, den 14. September 1867. 
Seine Majestät der König, Allerböchstwelcher — wie ich gestern Ew. ECxjellenz mit- 
zuteilen die Ehre gehabt habe — am I7. d. M. abzureisen gedenken, haben mir soeben 
noch den Befehl zu erteilen geruht, dafür Sorge zu tragen, daß die Angelegenheit des 
kurhessischen Staatsschatzes und der Srankfurter Lotterie bis spätestens den 16. d. Al., 
eventuell durch unverzüglichen Bortrag Ew. Elxgzellen]z#, geordnet werde. Da Sw. Elxzjellenz) 
ulnd]) der übrigen Herren Minister Einverständniß bereits durch Beschluß festgestellt wordens, 
so habe ich mir der Beschleunigung wegen erlaubt, in betreff des kurhessischen Staats- 
schatzes den von dem Staatsministerium zu erstattenden Bericht in der Anlage' entwerfen 
m lassen, und ersuche Cw. Exzellenz ganz ergebenst, im Salle Shres Einverständnisses den- 
selben behufs der Sirkulation vollziehen zu wollen. 
Wegen der Grankfurter Lotterie werde ich mich beehren, Ew. Exz ellenz weitere er- 
gebene Aitteilung zu machen“. 
*861. Schreiben an den Oberpräsidenten von Hannover 
Grafen zu Stolberg-Wernigerode. 
[Kongzept von der Hand des Vortragenden Nats Wagner.] 
Während in Hessen der bisherige Administrator v. Woeller schon am 9. Aärz 1867 um 
Oberpräsidenten für die beiden Regierungsbelirke Kassel und Wiesbaden ernonnt worden war, 
batte es in Hannover zunächst sein Bewenden bei der Brnian der Zioil- und der Militär- 
verwaltung in den Händen des Generalgouverneurs v. Voigts-Abe#t bedalten, unter dem Frei- 
berr v. Hardenberg die Geschäfte als Sioilkommissar führte. Im August 1867 schien es im 
Hinblicke auf das mit dem J0. September zu Ende gebende übergonozebr mit dessen Ablauf 
für alle neuen Drooinzen die preußische Verfassung in Kraft treten sollte, an der Seit zu sein, 
einen Oberpräsidenten für Hannover zu ernennen. Der Minister des Innern brachte dafür den 
bisberigen Regierungspräsidenten in Srankfurt a. O. Freiherrn v. Vordenflucht in Vorschlag 
(ogl. dessen Eingabe an Bismarck vom 25. August, Kohl, Aus der Korrespondenz des Grafen 
Friedrich m Culenburg mit dem Sürsten Bismarck, Deutsche Revue, vn 1. 53f: Bofe, Fürft 
Stto zu Etolberl-Wernigerode, Deutsche Revue, XXVIII, 2, 132 f). Bismarck aber wünschte 
. kIt».«kienh«q·adlgekcialchub Bismarcks. 
: de Be. eigerböndser Jusaß Biemoros. 
: Hler nicht abgedruckt. 
. Vgl. Nr. 860.