Samſtag den 5. Juni 1880. 45. Jahrgang. M. L2.
Dr. 3. A. Seuſſert's
Blätter für Rechtsanwendung
zunächſt in Bayern.
nhalt: Die Reviſion in bürgerlichen Rehtöſtreitigkeiten. (Fortſehung.) --
I Ueberſiht über die Rechtſprechung des bayeriſchen Ferie Lenden
gerichies in Gegenſtänden des Civilre<htes und Clvilprozeſſes vom
20. bis 29. Februar 1880. -- Berichtigung.
Die Reviſion in bürgerlichen Rechtsſtreitigkeiten.
(Fortſehung.)
Aus der Vorſchrift des 8. 74 Abſ. 1 über den
Anwaltsprozeß ergibt ſich, daß der Scriftſaß im
Sinne des 8. 515 von einem bel dem Neichsge-
richte bezw. dem oberſten Lande8gerichte zugelaſſenen
Recht8anwalt als Bevollmächtigten der Partei ge-
fertigt ſein muß. Anders in Bayern; hier kann
die Partei bex der Einlegung des Schriftſaßes
(S. 515) auch von einem bei irgend welchem
bayeriſchen Land- oder Oberlandesgerichte
zugelaſſenen RNechtsanwalte vertreten werden (8. 8
des EG. zur CPO.). Für ihn gilt auch nicht die
Anordnung des 8. 424 Abſ. 1 und 155 bezüglich
der Vorlage der erforderlichen Anzahl von Abſchrif-
ten des Schriftſaßes für das Gericht und die Ge-
genpartei bei der Gerichtöſchreiberei, denn nach 8. 7
Abſ. 4 des EG. ijt eine Abſchrift der Reviſions-
ſhelf ver Gegenpartei von Amts8wegen zuzu-
ſtellen.
Erſt wenn das oberſte Landes8gericht ſeine Zu-
ſtändigkeit au8geſprohen und den Termin zur münd-
lichen Verhandlung beſtimmt hat, wobei die Friſt:
beſtimmungen nach Maßgabe der C8. 517 und 519
mit 234 der CPO. einzuhalten ſind (Abſ. 4 des
Neue Folge XXV, Band.