Full text: Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

Albrecht (Brandenburg). 7 
sicherung der Erbfolge im Havelland, der 
spätern Grafschaft Ruppin. 
Lothars 82 erhielt A. von König Kon- 
rad III. das Herzogtum Sachsen, konnte 
sich darin aber nicht behaupten und ver- 
lor im Ka 1 gesen die Welfen sogar seine 
Erblande. vermittelte Konrad einen 
Frieden, in dem A. Sachsen aufgab. Nach 
Pribislaws Tod (1150) fiel ihm ein Teil 
der Mittelmark zu, und nun wurde ihm 
von Konrad III. die Mark Brandenburg 
alserbliches Reichsfürstentum und zugleich 
die Würde eines Erzkämmerers verliehen. 
Doch hatte er noch 1157 einen Aufstand 
der Heveller unter dem Fürsten Jacze, 
einem Neffen Pribislaws, zu unterdrücken. 
Alsdann begann er in großem Maßstab 
die Kolonisation des Landes. Städte und 
Dörfer wurden angelegt, deutsche Einwan- 
derer angesiedelt, die alten Bistümer wie- 
derhergestellt und der slawischen Bevölke- 
rung das Christentum gepredigt. Auch 
den Orden der Johanniter und Templer 
verlieh A. ausgedehnte Besitzungen im 
Land. Nachdem er 1164 mit Heinrich dem 
Löwen noch gegen die Obotriten gekämpft 
und 1166—68 dem großen Fürstenbund 
chen Heinrich angehört hatte, starb er 
8. Nov. 1170 und wurde zu Ballenstedt 
beigesetzt. Von seinen zahlreichen Söhnen 
erhielt der älteste, Otto, die Mark, ein jün- 
crer, Albrecht, Ballenstedt und die Be- 
sunn am Unterharz. Diesen beerbte 
päter sein jüngster Bruder, Bernhard, der 
Anhalt, Aschersleben und die Lande an 
der Elbe und Saale erhielt und 1180 Her- 
zog von Sachsen wurde. Vgl. v. Heine- 
mann, A. der Bär (1864). 
4) A., Achilles wegen seiner Tapfer- 
keit genannt, Kurfürst von Brandenburg, 
dritter Sohn des Kurfürsten Friedrich I. 
und der baprischen Prinzessin Elisabeth, 
eb. 9. Nov. 1414 zu Tangermünde, ver- 
fror. einige Jahre seiner Jugend am Kael 
des Kaisers Siegmund und erhielt nach des 
Vaters Tode die Markgrafschaft Ansbach. 
Wegen seiner Tapferkeit, die er im Tur- 
nier wiein der Feldschlacht bewährte, wurde 
er bald einer der gefürchtetsten Fürsten in 
Deutschland; leider mißbrauchte er seine 
Machtgegen Nürnberg, weilihm, wie man- 
chem Fürsten seiner Zeit, städtische Unab- 
ach dem Tod den K 
hängigkeit verhaßt war. 1449 begann er 
rieg gegen die Stadt, die angeblich 
seine burggräflichen Rechte verletzt hatte, 
und führte ihn anfangs mit Erfolg, wurde 
aber 1450 geschlagen und zeigte 64 dann 
zu einem Vergleich bereit. Auch später be- 
teiligte er sich noch an manchen Fehden, 
weihte sich dann aber ausschließlich dem 
Dienste des Reichs und des Kaisers, wel- 
en eine starke Partei unter Führung der 
ittelsbacher bekämpfte. Durch den Tod 
seines ältesten Bruders, Johann, fiel ihm 
1464 die Markgrafschaft Baireuth und 
1470, als sein Bruder Friedrich II. ab- 
dankte, auch die Kurmark Brandenburg zu. 
DenvonFriedrichschon begonnenen Kampf 
mit Pommern beendigte A. 1472 im Ver- 
trag zu Prenzlau, woriner seine Ansprüche 
auf Pommern-Stettin aufgab und sich 
mit der Anerkennung seiner Lehnshoheit 
über Pommern begnügte. Große Ver- 
dienste hat er sich 1473 durch das Haus- 
gesetz, die sogen. Dispositio Achillea, er- 
worben, durch welche die Unteilbarkeit der 
Mark Brandenburg erklärt wurde, wäh- 
rend die fränkischen Länder nur in zwei 
Teile geteilt werden sollten. Als dann A. 
seine ganze Kraft wieder den Reichsange- 
legenheiten widmete, betraute er seinen 
Sohn Tehann mit der Statthalterschaft 
in der Mark. Doch mußte er 1478 in die 
Mark zurückkehren, weil die Pommern 
wieder den Krieg begonnen hatten und ein 
Krieg mit Matthias von Ungarn wegen 
des Herzogtums Glogau, dessen Herzog 
Heinrich, ein Schwiegersohn Albrechts, 
gestorben war, in Ausscch- stand. Diesem 
wurde 1479 durch einen Vergleich vorge- 
beugt und 1482 im Vertrag von Kamenz 
wenigstens die Städte Krossen, Schwiebus 
und Züllichau aus der Glogauer Erbschaft 
erworben. Schon vorher waren die Pom- 
mern überwunden und zur Abtretung 
einiger Städte in der Ukermark gezwun- 
gen worden. 1486 wohnte A. noch dem 
Reichstag zu Frankfurt bei, auf welchem 
Maximilian I. zum König erwählt wurde. 
Hier überraschte ihn aber der Tod 11. 
März. Seine beiden Ehen mit Marga- 
rete von Baden und Anna von Sachsen 
waren reich mit Kindern gesegnet. Einen 
Einblick in seine umfassende Thätigkeit