Full text : Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913.

540  Ausländische  Gesetzgebung.

Landes  geworden  ist,  kann  die  Staatsangehörigkeit  wieder  erwerben,
wenn  er  seinen  Wohnsitz  im  Reiche  nimmt,  oder  auch,  wenn  der  König
die  Wiedererwerbung  seiner  Staatsangehörigkeit  außerhalb  des  Reiches
genehmigt.

Hat  der  König  ein  Ubereinkommen  mit  einem  fremden  Staate
getroffen,  wonach  der,  welcher  schwedischer  Staatsangehöriger  gewesen
ist  und  die  Staatsangehörigkeit  in  dem  fremden  Lande  erworben  hat,
so  angesehen  werden  soll,  als  habe  er  des  letzteren  Rechtes  entsagt,  nachdem
  er  sich  von  neuem  hier  im  Lande  niedergelassen  und  eine  gewisse
Zeit  aufgehalten  hat,  und  jemand  auf  Grund  dessen  seine  ausländische
Staatsangehörigkeit  verliert,  so  erwirbt  er  gleichzeitig  seine  schwedische
Staatsangehörigkeit  wieder.

Wird  in  Gemäßheit  der  vorstehenden  Bestimmungen  dieses  Paragraphen
  die  Staatsangehörigkeit  von  einem  Manne  wieder  erworben,
so  kommt  dieselbe  auch  seiner  Ehefrau  und  seinen  unmündigen  ehelichen
Kindern  zu,  wenn  nicht  in  dem  in  Absatz  2  erwähnten  Falle  deese  weder
zu  der  Zeit,  wo  der  Mann  die  Staatsangehörigkeit  wieder  erwirbt,  hier
im  Lande  wohnhaft  sind,  noch  mit  ihm  die  Staatsangehörigkeit!  in  dem
fremden  Lande  verlieren.

§9.

Uneheliche  Kinder,  deren  Mutter  schwedische  Staatsangehörige  ist,
erwerben  durch  Geburt  die  schwedische  Staatsangehörigkeit.  Sie  folgen,
was  die  Frage  der  Staatsangehörigkeit  anbetrifft,  der  Mutter;  ebenso
in  den  übrigen  Fällen,  wo  nach  den  Bestimmungen  dieses  Gesetzes
eheliche  Kinder  dem  Vater  folgen.  Verändert  sich  der  Stand  der  Mutter
hinsichtlich  ihrer  Staatsangehörigkeit  durch  Verheiratung  mit  einem  anderen
Manne  als  dem  Vater,  so  tritt  hierdurch  eine  Anderung  in  dem  Rechte
der  Staatsangehörigkeit,  welches  ihren  unehelichen  Kindern  vorher  zustand,
  nicht  ein.

§  10.

Kinder,  welche  hier  im  Reiche  angetroffen  werden,  ohne  daß  sich
eine  Auskunft  über  ihre  Staatsangehörigkeit  gewinnen  läßt,  sind,  bis
anderes  festgestellt  ist,  als  schwedische  Staatsangehörige  anzusehen.

Übergangsbestimmungen.

Dieses  Gesetz  tritt  am  1.  Januar  1895  in  Kraft;  die  im  §  2  erlassenen
Bestimmungen  kommen  auch  bezüglich  der  vor  der  genannten  Zeit  geborenen
  Ausländer  in  Anwendung,  insoweit  dieselben  dann  das  21.  Lebensjahr
  noch  nicht  erreicht  haben.

Hiernach  haben  sich  alle,  welche  dies  angeht,  gehorsam  zu  richten.