Full text : Sachsen-Chronik Erste Serie. (1)

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falls  für  Keuschberg  bei  Merseburg,  da  er  aber  die  bei
Höfer  28)  zuerst  abgedruckten  Urkunden  des  Merseburger  Domcapitels,
  in  denen  des  Cucesburger  Burgwarts  zwei  Mal  mit  ziemlicher
  Territorialbestimmung  gedacht  wird,  noch  nicht  kannte,  so
konnte  er  sich  auch  nicht  mit  Bestimmtheit  dafür  aussprechen.  Wenn  wir
nun  aus  dieser  Urkunde  sowohl,  als  auch  noch  überdies  aus  dem
X.  Bde.  der  Sammlung  Verm.  Nachrichten;.  sächs.  Gesch.  S.  1529)
erfahren,  daß  im  Burgwart  Kuschberg  30)  so  große  Zusammenkünfte
  gehalten  wurden,  so  muß  man  annehmen,  daß  es  schon  von
ziemlicher  Bedeutung  war,  und  seiner  hohen,  das  Saalthal  beherrschenden
  schönen  Lage  31)  wegen  sich  unbedingt  dazu  geeignet  haben
  kann,  ein  Lieblingsaufenthalt  eines  Fürsten  jener  Zeit  zu  sein.
—  Wir  wollen  uns  jedoch  keineswegs  in  den  angenehmen  Hoffnungen
  wiegen,  daß  auch  andere  Forscher  unsere  Ansicht  ganz  annehmbar
  finden,  glauben  aber,  keineswegs  etwas  Ungereimtes  hier
zur  Begutachtung  aufgestellt  zu  haben.  Wir  lassen  aber  auch  dem
Herrn  Pastor  Fraustadt  die  volle  Ehre,  uns  erst  durch  seine  glückliche
  Conjectur  von  Keuschberg  auf  diese  Spur  geleitet  zu  haben,
und  hätten  nur  noch  gewünscht,  daß  er  auch  über  die  übrigen
Ortsnamen  der  Urkunde  von  1012  sich,  wo  es  nöthig,  berichtigend
ausgelassen  hätte,  da  er,  als  genauer  Kenner  jener  Gegend,  in  der
er  als  Seelsorger  eine  Zeit  lang  wirkte,  bei  seinem  großen  Insteresse
  für  die  urkundliche  Geschichte  unsers  Vaterlandes,  gewiß
uns  manchen  Fingerzeig  geben  kann.  —

28)  Zeitschrift  für  Archivkunde,  Diplomatik  und  Geschichte,  herausgegeben
  von  L.  F.  Höfer,  Dr.  H.  A.  Erhard  und  Fr.  L.  B.  von  Medem.  Hamburg
  1834—1836.  8.  (Perthes)  2  Bde.  4  Abth.  —

22)  Am  1.  Aug.  1196  war  nämlich  auch  daselbst  nach  Jovius  eine  Versammlung
  zur  Förderung  des  Landfriedens.

30)  Uebrigens  kann  man  auch  annehmen,  daß  außer  dem  Burgwart  daselbst
  das  Castell  des  Guncelin  vorhanden  war,  was  gänzlich  zerstört  wurde,
und  daß  eben  der  Mansus  regalis,  den  das  Stift  Merseburg  zu  Cucisburg  erhielt,
  das  Areal  des  zerstörten  Castells  war.  —

31)  Wer  die  Gegend  kennt,  wird  wissen,  daß  zwischen  Keuschberg  und
Dürrenberg  ein  Höhenzug  von  Thonschiefergebirge  sich  über  dem  Saalufer
erhebt,  worauf  jetzt  das  große  Gradierhaus  der  Saline  Dürrenberg  sich  hinzieht.
  Spuren  von  Walllinien  sind  dort  unverkennbar.  Hier  wäre  nun  der
Ort,  wo  der  Stand  des  Burgwarts  und  namenlosen  Castells  recht  gut  gesucht
  werden  könnte.  Uebrigens  könnte  man  das  nahe  Vesta,  das  noch  jetzt
schlechthin  „die  Veste“  heißt,  für  jenes  namenlose  Castell  halten.  1197
kommen  schon  Herren  von  Vesta  vor.  —  In  der  Urk.  der  Markgräfin  Hedwig
wegen  Ouziz  als  Zeuge.  ··