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ine Hand voll reife Kirschen aus dem Treibhause für 5 Thaler angeboten
wurde, sagte er fest: „Nein, dafür will ich sie nicht!“ Dagegen gab er willig
und freudig einem armen Schuhmacher, der unverschuldet in Not geraten war,
20 Thaler aus seiner Kasse, damit er sich Leder kaufen konnte. — Als er
einmal seinem Großoheim, Friedrich II., eine französische Fabel fließend übersetzte,
lobte ihn dieser. Der Prinz aber gestand, daß sein Lehrer gerade diese
Fabel vor kurzem mit ihm eingeübt habe. Da sagte der große König erfreut:
„So ists recht! Immer aufrichtig und ehrlich! Wolle nie scheinen, was du
nicht bist; sei stets mehr, als du scheinst.“ — Einst spielte der Prinz im
Zimmer des großen Königs mit seinem Ball. Letzterer flog mehrmals auf
den Tisch des Königs. Da steckte ihn dieser in die Tasche und schrieb ruhig
weiter. Mehrmals bat der Prinz um seinen Ball, aber der König that, als
hörte er's nicht. Da trat der Prinz dicht neben den König und sagte:
„Wollen Eure Majestät mir jetzt meinen Ball geben?“ Da lächelte der
König, gab den Ball heraus und sagte: „Brav! du wirst dir Schlesien nicht
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42. Friedrich Wilhelm III. 43. Königin Luise.
nehmen lassen.“ Weihnachten 1793 fand die Vermählung Friedrich Wilhelms
mit der ebenso schönen wie edlen und geistvollen Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz
statt. Als König Friedrich Wilhelm II. sie an ihrem Geburtstage
fragte, was sie sich noch wünsche, antwortete sie: „Noch eine große Hand
voll Gold für die Armen!“ „Wie groß?“ forschte der König. „So groß
wie das Herz des besten Königs!“ war die Antwort. Und sie erhielt, was
sie wünschte, um viele Arme zu beglücken. In ungetrübtem Glück verflossen
dem jungen Paare die ersten Jahre der Ehe. Am liebsten weilten sie auf
ihrem Landgute Paretz. Gern nannte er sich den Schulzen, seine Gattin
„die gnädige Frau" von Paretz. Herzlich und ungezwungen verkehrten sie
mit den schlichten Landleuten und teilten ihre Freuden und Leiden.
FIm Jahre 1797 bestieg Friedrich Wilhelm III. den Thron. Er war
ein großer, stattlicher Mann, einfach und sparsam, fleißig und gewissenhaft,
mild gegen Arme, gerecht gegen alle, schweigsam und unentschlossen in wichtigen
Fragen, geduldig und standhaft in Trübsal. Er liebte den Frieden
Polack,. Geschichtsbilder. 6
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