Metadaten : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfzehnter Band. (15)

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geben,  oder  gar  aus  Paradoren-Sucht  widerspricht,  zu
fürchten,  weil  jener  Eine  zu  hoch  gestellt  ist,  als  daß  solche
kleinliche  Leidenschaften  viel  wirken  könnten,  und  weil  seine
Befugniß  zum  Widerspruch  gesetzlich  autorisirt  ist.  Einen
Vorzug,  den  Jedermann  anerkennt,  woran  Keiner  zweifelt,
hat  man  keinen  besonderen  Reiz  geltend  zu  machen;  man
begnügt  sich  eher  mit  der  stillen  und  doch  unbestritrenen  Gewißheit,
  es  thun  zu  kdnnen,  wenn  man  nur  wolle;  die
Legalität  also  schützt  vor  Mißbrauch.  —  Nun  giebt  man  —
und  darin  besteht  gerade  das  Wesen  dieser  Einrichtung  —
jenem  Einzigen  ein  höchst  kraftvolles  Nichtwollen  und  ein
sehr  unkräftiges  Wollen;  und  damit  ja  alle  Kraft  des  Wollens
  in  solchen  Fällen  abgeschnitten  sey,  so  brachte  man
häufig  noch  eine  Menge  von  Determinationen  hinzu;  es  darf
dieser  Eine  keine  Motion  machen,  also  sein  vorläufiges  Wollen
  nicht  einmal  ankündigen  (wiewohl  diese  Modifikation
selten  oder  fast  nirgends  ist);  er  darf  bei  den  Deliberationen
nicht  gegenwärtig  seyn,  ja  nicht  einmal  mittelbar,  durch
Minister,  Pensionairs  und  andere  Organe,  mitvotiren  u.  dgl.
3)  Es  ist  auf  diese  Weise  ein  glückliches  Correktiv  in
die  Verfassung  gebracht  gegen  alles,  was  erwa  durch  leidenschaftliche
  Agitationen  des  großen  Corps
geschadet  werden  könnte,  ohne  daß  dadurch  die  Wirksamkeit
  des  letzteren  überflüssig  gemacht  wäre.  In  der  Ari-Kokratie
  steht  der  richtigen  Abfassung  eines  Beschlusses  die
Wielheit  der  Beschließenden  entgegen;  nach  unzähligen  Debatten
  vielleicht  konnten  am  Schluß  erst  nicht  alle  Gründe
abgewogen  und  der  beste  gewählt  werden,  sondern  blos  der,
welchen  die  Mehrheit  wollte,  gieng  durch.  Dieß  ist  gleichsam
  eine  Gewaltthätigkeit  gegen  die  Vernunft.  Hier  aber,
wo  noch  im  letzten  Moment  der  Reife,  nachdem  alles  hin-