76 Aus der Lehre von der Entmündigungliegen
würde. Er vertritt vielmehr durch seinen Antrag
auch die privaten und öffentlichen Interessen
aller übrigen zum gleichen Antrag berechtigten Personen,
welche mit Rücksicht darauf möglicherweise
selbst die rechtzeitige Antragstellung unterlassen und
welchen dos eingeleitete Verfahren gleichfalls zu gute
kommt. Die gestattete Zurücknahme des Antrags
würde daher die Interessen aller übrigen Betheiligten
verletzen und zu einer schädlichen Verzögerung des
Verfahrens führen, indem namentlich ein der Verschwendung
Angeklagter die von der Zurücknahme des
Antrages bis zum Eingreifen eines andern Antragberechtigten
gewährte Frist zu fernerem Mißbrauch
seines Vermögens benützen könnte. Auch die Gefahr
einer für den Antragsteller Gewinn bringenden Kollusion
mit dem Verschwender wäre nicht ausgeschlossen.
Hätte das Gesetz die Zurücknahme des Antrages
zulassen wollen, so würde es wohl auch zum Schutze
des mit dem Antrag Angegriffenen ähnlich wie in
der St PO. §. 432 und 4442 eine Bestimmung
dahin getroffen haben, daß der zurückgenommene Antrag
entweder gar nicht oder nur auf Grund neuer
Thatsachen wieder aufgenommen werden könne, während
nach der gegnerischen Ansicht einer beliebigen
Erneuerung des zurückgenommenen Antrages ein
Hinderniß nicht entgegenstehen würde.
Seuffert, CPO. §. 593 Anm. 3 findet eine Bestätigung
der Zulässigkelt der Zurücknahme des Antrages
darin, daß nach dem Entwurf S§. 568—580
die Entmündigung nur auf dem Wege der Klage
vorgesehen war und der Entwurf in §. 234 (-Ges.
§. 243) hinsichtlich der Möglichkeit der Klagezurücknahme
keine Beschränkung in Bezlehung auf die
Entmündigungsklagen enthielt. Mit Recht aber
macht Hellmann, Anm. 3 zu §F. 593 darauf aufmerksam,
daß die Bezugnahme auf die Möglichkeit
der Zurücknahme der Klage und des Verzichtes auf