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als Friedensstörer gewarnt hatten (s. Pastor, Reichensperger
I, 574), entschieden abgelehnt. Gelang es ihm indes, ihn nach
Posen zu verpflanzen, so wurde er den am Rhein in so hohem
Maße Unbequemen los und zugleich im Osten, im polnischen
Lande, den Polen. So schlug er zwei Fliegen mit einer Klappe.
Als Bismarck Ketteler zunächst von Frankfurt aus, durch
den preußischen Gesandten v. Savigny, sondieren ließ,
hatte sich Ketteler geneigt gezeigt. Im Vatikan war man jedoch
sofort entschlossen, Bismarcks allzu durchsichtigen Plan zu
durchkreuzen.
Kardinal Reisach, der vertraute Berater der römischen
Bischöfe deutscher Zunge beim päpstlichen Stuhle, schrieb
unterm 25. Februar 1865 an Ketteler (0. Pfülf, S. J., Bischof
v. Ketteler, II, 253/59), daß der Heilige Vater nicht die Hand
dazu geben werde, Polen zu germanisieren. Reisach selbst hatte
sofort von sich aus geltend gemacht, daß die Unkenntnis der
polnischen Sprache den seelsorgerischen Verkehr des Erzbischofs
mit dem Volke, wie solcher Ketteler besonders am Herzen lag,
ausschließen würde. Er nahm überdies an, daß Ketteler sich
zu einem Werkzeuge der Regierung zu politischen Zwecken
nicht hergeben werde. Im Vatikan wünschte man, um den
Antrag aus Berlin um so entschiedener abzulehnen, eine entsprechende
Rückäußerung v. Kettelers selbst. Dem willfahrte
dieser alsbald, indem er sich mit den von Reisach vorgebrachten
Gründen zur Ablehnung ganz und gar einverstanden erklärte.
Der Gedanke, den Polen, für deren tragisches Schicksal er tiefes
Mitleid empfand, als Gegner zu erscheinen, ohne ihnen helfen
zu können, war ihm in der Tat ein unerträglicher. Und so gab
er schließlich Savigny zur Antwort, daß ihn die Unkenntnis
der polnischen Sprache, die er sich in seinem Alter nicht mehr
aneignen könne, zur Absage nötige,
Savigny, selbst ein eifriger römischer Katholik, schlug
nunmehr den päpstlichen Nuntius in Brüssel,v. Ledochowski,
vor, den Bismarck notgedrungen annahm.
Ledochowskı war ein Kirchenhirte so sehr nach dem
Herzen v. Kettelers, daß dieser gelegentlich einer Begegnung
mit ihm auf der Fuldaer Bischofskonferenz ausgerufen haben
soll (Pfülf, II, 260): „Würde Kardinal Ledochowski zum Papste
erwählt, so würde ich mich glücklich schätzen, einem solchen
Manne die Füße zu küssen.“ Ketteler wußte auch aus der mit