Full text : Leitfaden der Erdkunde für Mittelschulen

Überjiht  der  Qänderkunbe.  21

Bon  den  an  die  Alpen  Tic  anfchließenden  Gebirgen  entfenden  an  Flüffen:
die  Karpaten  den  Dnjeitr  zum  Schwarzen  Meer  und  bie  MWeichjel  zur  Oftfee,
das  Deutiche  Mittelgebirge  die  Oder  zur  Dftfee,  Elbe  und  Weier  zur  Nord:
jee,  das  Franzöfiiche  Mittelgebirge  die  Seine  (Bän)  in  ben  Kanal  und  die
Zoire  (loär)  zum  Atlantiichen  Ozean.  .

Bon  den  Porenien  geht  die  Garonne  (garönn)  zum  Atlantiichen  Ozean.
Dem  übrigen  Hodlande  der  Pyrenätichen  Halbinfel  entitrömt  an  größeren  Alüffen
der  Tajo  {tao),  der  in  den  Atlantichen  Ozean  ji)  ergießt,  und  der  Ehro,
der  in  das  Mittelmeer  mündet.

Das  zweite  Hauptquellgebiet  Guropas  ift  die  Waldaihöhe.  Auf  ihr  entipringen
  die  Düna,  die  zur  Ditice,  und  die  Wolga,  die  zum  Stafptichen  See
fließt;  nicht  fern  davon  Liegen  auch  die  Quelten  de8  Dnjepr,  der  dem  Schwarzen
Mecre  zugeht.  Dieies  empfüngt  außerdem  noch  den  Don.  Das  Uralgebirge  entiendei
  den  Uralifuß  zum  Kajpiiee  und  die  Vetichora  (d)  zum  Nördlichen  Erömeer.

Um  die  Alpen  wie  um  die  Djtiee  gruppiert  jich  ein  Kranz  von  Seen.

Europa  erfreut  ich  einer  reidien  Bemwäfferung.

Die  Nähe  des  Meereä  und  die  zahlreichen  Gebirge,  an  denen  id)  die  vom
Meere  Iandeinwärts  getragene  Teuchtigleit  niederichlägt,  find  die  Urfache  hiervon.
Die  Hauprflühle  gehören  den  großen  Tiefländern  des  Erdteils  an.  Urdne  die
lüffe  hiernadh!

Kein  größere?  Gebiet  entbehrt  der  Miederjchläge  gänzlich,  jo  daß  Wüften
teblen.

Klima.  Europa  liegt  mit  Ausnahme  eines  Fleinen  Teile?  in  der  ge
mäßigten  Zone,  cin  großer  Vorzug;  doch  beitehen  zwiichen  den  einzelnen  Ges
bieten  beträchtliche  Untertchiede.  1.  Südeuropa  hat  wegen  feiner  geographiichen
Zage  ein  würmeres  Klima  alS  Nordeuropa.  2.  Wefteuropa  fteht  unter
dem  Einfluß  der  warmen  ozeaniichen  Weit:  ımd  Südmweltwinde;  überdies  erfreut
e3  jid)  der  Einwirfung  einer  warmen  Meeresitrömung,  des  jog.  Golfitromes.  Da»
her  jind  hier  die  Winter  milde  und  bie  Sommer  nur  mäßig  warın.  E3  hat  ein
Seeflima.  3.  Dfieuropa  empiängt  die  trodenen  Yandwinde  von  Aften;  es
bat  heine  Sommer  und  fehr  kalte  Winter,  aljo  ein  XandElima.

Erzeugnitfe.  Im  fonnigen  Südeuropa  reifen  die  Südfrüchte  (eigen,
Orangen,  Cliven,  Zitronen).  Ks  Haugtiere  sind  bier  allgemein  verbreitet  der
Eiel  und  des  Maultier.  Mitteleuropa  it  Die  Zone  des  Weinftodes  und  ber
Setreidearten,  der  Wald:  und  Obltbäume.  Bon  Tieren  haben  die  größte  Wichtig:
feit  unfere  Hauättere.  Inu  der  nördlichen  falten  Zone  fehlen  Bäume  umd
Sträucher;  Beeren  und  Mooje  find  vorherrichend;  das  wichtigjte  Haustier  ift  das  Ren.

Auh  an  Mineralien  befist  Europa  großen  Reichtum.  Gold  Iiefert
namentlih  Rußland.  Weltberühmt  find  die  Salzwerfe  am  Harzrande  und  in
Galizien;  bedeutende  Mengen  an  Eiien  und  Kohle  fördert  England  zutage,  dann
audh  Teutichland,  ‚Frankreich  und  Belgien.  Europa  hat  fohin  mannigfade  Natur:
erzeugnifle.

‚Bevölkerung.  Die  Eimwohner  Europas  gehören  fait  alle  der  Faukafifchen
Menjhenrafie  an,  der  höchititchenden  unter  allen;  nur  twenige  zählen  zur  mons