— 366 —
S. 4.
Das Staatsministerium wird mit der Ausführung dieses Gesetzes beauftragt.
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem
Königlichen Insiegel.
Gegeben Neues Palais, den 18. Juni 1891.
(d. S.) Wilhelm.
v. Caprivi. v. Boetticher. v. Maybach. Herrfurth. v. Schelling.
Frhr. v. Berlepsch. Miquel. v. Kaltenborn. v. Heyden. Gr. v. Zedligz.
Staatsvertrag,
betreffend
die Abänderung der Landesgrenze zwischen dem Königreiche Preußen
und dem Herzogthume Sachsen-Meiningen in den Fluren Großgestewitz
einerseits und den Fluren Kauerwitz und Kasekirchen andererseits.
Vom 17. Juli 1884.
Die durch den Rezeß vom 19. November 1850, welcher von den beiden Landesregierungen
unter dem z int 1852 genehmigt worden ist, festgestellte Landes.
grenze zwischen dem Königreiche Preußen und dem Herzogthume Sachsen-Meiningen,
und zwar zwischen den Fluren Großgestewitz Preußischerseits und
Kauerwitz und Kasekirchen Sachsen-Meiningischerseits, muß in Folge von Vorfluthsregulirungen
abgeändert werden.
Von den seitens der respektiven Regierungen zur Abänderung der Landesgrenze
ernannten Kommissarien, und zwar:
a) seitens des Königreichs Preußen, dem Königlichen Landrath des Kreises
Weißenfels Herrn Adolf von Richter und
b) seitens des Herzogthums Sachsen-Meiningen, dem Herzoglichen Hofrath
und Landrath des Kreises Saalfeld Herrn Hermann Schneider,
wird unter Vorbehalt der Genehmigung der beiderseitigen Staatsregierungen
nachstehender Rezeß abgeschlossen:
S. 1.
Bisheriges Verhältniß.
Die vorbezeichnete Landesgrenzstrecke wurde bisher durch den sogenannten
Ritschkenbach, einen unbedeutenden, größtentheils im Jahre trockenen Graben