Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1821. (12)

g.  3.  In  der  Verleihung  eines  gevierten  Feldes  auf  einem  Floͤtz  sollen,
stakt  der  in  den  Provinzial-Bergordnungen  bestimmten  Maaße,  sowohl  dem  ersten
  Finder  außer  seiner  Fundgrube,  als  jedem  folgenden  Muther,  so  viel  Maaßen
  zugestanden  werden,  als  zu  einem  zusammenhängenden  Bau  erforderlich  ist,
jedoch  nicht  über  zwölfhundert  Maaßen  hinaus,  jede  zu  vierzehn  Lachrern  ins
Gevierte  gerechnet.

#  4Afüm  Mit  der  vorstehenden  Verleihung  zum  gevierten  Felde  soll  die
ewige  Teufe  nach  senkrechten  Ebenen  verbunden  seyn.

§.  5.  Bei  der  Verleihung  eines  gestreckten  Feldes  auf  einem  Flötz  wird,
statt  der  bisherigen  Vierung,  sowohl  dem  ersten  Finder,  als  jedem  nachfolgenden
  Muther  eine  ausgedehntere  Vierung  zugestanden,  welche  nach  dem  Ermessen
der  verleihenden  Bergbehörde  bestimmt  werden  soll,  jedoch  nicht  über  fünfhundert
  Lachtern  hinausgehen  darf.  #

#  #.  60.  Es  soll  diese  Vierung  horizontal  vom  Dach  oder  von  der  Sohle
des  verliehenen  Flötzes  gemessen,  und  sie  kann  entweder,  theils  im  Hangenden,
theils  im  Liegenden,  oder  ganz  im  Hangenden,  oder  ganz  im  Liegenden  genommen
  werden.

7.  Durch  gegenwärkiges  Gesetz  sind  die  entgegenstehenden  Vorschriften
  der  Provinzial-Bergordnungen  und  des  Allgemeinen  Landrechts  aufgehoben.

Urkundlich  von  Uns  Allerhöchstselbst  vollzogen  und  mit  Unserm  Koͤniglichen
  Instegel  bedruckt.  Gegeben  Cölln,  den  Isten  Juli  1821.  «

(L.  S.)  Friedrich  Wilhelm.
C.  Fuͤrst  v.  Hardenberg.  v.  Altenstei
Beglaubigt:  Friese.

 

[o.  662.)  Allerhchste  Kabinets-Order  vom  7ien  Juli  1821.,  die  Bestrafung  der  Studlrenden,
  welche  unerlaubte  Verbindungen  unterhalten,  betreffend.

D.  seit  einiger  Zeit  auf  mehreren  Universitaͤten  Spuren  von  Verbindungen  und
andern  Umtrieben  unter  den  Studirenden  sich  abermals  gezeigt  haben,  die  Untersuchung
  derselben  aber  daruͤber  die  juristischen  Beweise  nicht  immer  zu  ermitteln  vermag;
  so  will  Ich,  daß  von  nun  an  die  bei  Meinen  Universitaͤten  angestellten  außerordentlichen
  Regierungs-Bevollmaͤchtigten  gehalten  und  befugt  seyn  sollen,  diejenigen
Studenten,  welche  nach  ihrer  Ueberzeugung  verdaͤchtig  sind,  auf  der  Üniversitaͤt  foͤrmliche
  oder  formlose  Verbindungen  zu  stiften,  einzuleiten  oder  zu  befoͤrdern,  oder  welche
in  solchen  Verbindungen  auf  andern  Universitaͤten  stehen,  so  wie  diejenigen,  welche
Verbindungen  zwischen  den  verschiedenen  Universitäten  unterhalten  oder  irgend  einer
Gattung  von  daram  gerichteten  oder  anderen  Umtrieben  sich  schuldig  machen,  ohne
weitere  gerichrliche  Unrersuchung  und  ohne  Mitwirkung  des  Universitäts-Richrers
oder  des  akademischen  Senats,  sofort  von  der  Universikät  zu  entfernen  und  nach  ibtgn

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