Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

60.  Jahrgang

 

Nr.  76

 

Der  „Rosenheimer

1½sD  Iins  Haus  gelilesert,  14  Pfg.  m

Telephon-Anschlüsse:  EWn  8  Verlag:  Nr.  72;  Inseraten  ·  Abtellung:  236.

·  Weiser-mitdanwllchundlllustrmkeichousgeftquetenqchqettsgea
„Rosenheimer  Sonnfagsblaft-  erscheint  täglich  nachmittags  4  Uhr  (mit  Ausnahme  der  Sonnund
  Felertage).  —  Der  Abonnementspreis  beträgt  olerteljährlich  1  Mark  80  Pfg.,  monatllich
60  Pf.,  sowohl  für  hlestge  als  auch,  g  auswärtige  Abonnenten.  —  Postzustellgebühr,
—  TelegrammAdresse:  Anzelger  Rosenheim.  —

 

 

Unnahme  von  —5  RNeklamen  imd  Betlagen  durch  die  Annoncen-Expedliion  Hoasenstein  &  Uogler  A.G.  Nosenheim,  —  Nürnberg,  Berün,  Bern,  ####r
Schluß  der  Inseraten  ·  Unnahme  1  Uhr  mitiags.  Nach  dlesem  Zeltpunkt  kann  für  Aufnahme  in  dle  lausende  1#gesnmmer  nicht  medt  gararrter  werden.  Für#  schlechtgeschriebenens  Manufkript  wird  keine  Lerentoramg.

Die  Heutige  ADLummer  umfasst  6  Seiten.

 

Auf  den  täglich  erscheinenden  „Mosenbeimer
  Anzeiger"  mit  seinem  achtseitigen
llustrierten  „Rosenheilmer  Sonntagsblatt“
konn  für  die  Monate

*  UApeil,  Mal,  Jun
bier  in  der  Expedlition  oder  bel  den  verschiebenen
  Abholestellen,  answiärts  bei  ben
Keal.  Voldmiern  und  Postboten,  sowie  bei
be#n  betannten  Agenturen  um  den  Preis  von
M.  1.80  abouniert  werden

 

 

 

 

 

 

Neues  vom  e

30.  Mär

Am  Sonntag  ist  in  Münche  die  banerische  Mastviehausstellung
  eröffnet  worden.  Sie  ist  sehr
Kut  beschickt.  Heute  fand  der  Schlachtwettbe.
werb  statt.

Der  Chefredalteur  der  „München.  Augsburger
Abendzeitung“,  Karl  Stoh.,  tritt  nach  jahrelanger
  Tätigkeit  zum  1.  April  von  seinem
Posten  zurück.

Kaiser  Wilhelm  ist  am  Sonntag  in  Korfu  eingetrofsen.
  Er  wurde  von  der  griechischen  Königsfamilie
  begrüßt.

Die  Brauereiarbeiter  Berlins  haben  das  Angebot
  der  Arbeitgeber  abgelehnt;  fi:  haben
heschlossen,  in  den  Streik  zu  treten.

Auch  in  einer  zweiten  Tabaksabri!  in  Petersburg
sind  Massenveraistungen  eingetreten.  Zahlreiche
  Arbeiterinnen  liegen  krank  darnieoer.

Der  Elat  der  Berg-,  Hütten-  und
Galinenwerke.
[(Kammer  der  Abgeordneten.)
München.  20.  März.
Bei  der  Fortseltzung  der  Veratung  des  Etats
der  Berg-,  Hütten-  und  Salinenwerle  brachte
in  der  gestrigen  Sitzung  der  Kammer  der  Abgeordneten
  zunächst  der  Zentrumoabgerordnele
Leld  den  Standpunkt  seiner  Partei  gegenüber
den  zahlreichen  wirtschaftlichen  und  technischen
Fragen,  welche  mit  diesem  Etat  im  Zusammen-„RKönigin

  der  Nacht“.

Gecroman  von  6.  Olll.

.Na,  Kapitän,“  begann  er,  „das  ist  ja  eine
hanz  verdammte  Geschichte.  Aber  Emerson  C.
Waldo  ist  nicht  der  Mann,  der  einen  Freund  in
der  Not  verlaßt.  Wir  beide  waren  gule  Belannte,
  bevor  wir  uns  in  Genna  treunten,  und
ich  sehe  es  als  eine  Ehre  an,  daß  Sic  mich  auf
Ihre  Besuchsliste  geschrieben  haben.  Ter  Doktor
dat  mir  gesagt,  Sic  waren  ein  bischen  gemitts.
Uank.  Na,  was  kann  ich  denn  tun,  um  Sie  ein
lischen  aufzuheitern?  Ich  glaube,  ein  Scherz  aus
dem  „MWMilden  Westen"  ist  ein  kräftiges  Beruhi.
gungsmirtel  für  ein  kraules  Hnn.  Soll  ich  Ihnen
elwas  von  den  Navaso--Pferdedieben  erzählen?“

So  tat  er  also  jegt,  wo  wir  allein  waren,
als  mse  er  nicht  das  Geringste  von  dem,  was
in  Genua  und  aus  jener  erriguisreichen  Reise
passiert  war,  und  wollie  mich  in  seiner  aue
nommenen  Rolle  als  Wahnsinnigen  behande
dem  man  schmeicheln  und  frenndlich  zusorechen
mußte.  Ich  konnte  mir  nur  denlen.  daß  er  von
Zavertal  und  Vizard  bestochen  sein  mußte.  Diese
he:  ten  ihn  jedensalls  auf  ihre  Seite  geiogen,  so
daß  er  jent  alles  ableugnete,  was  ich  von  den  in
seiner  Gesellschaft  erlebten  Abenteuern  erzahlen
mochte,  die  er  jedenfalls  als  Ausgeburten  eincs
kranken  Hirnes  darstellte.  Da  ich  zu  beklommen
und  niederged  drückt  war,  um  nach  einer  weiteren
Ursache  seines  Verhalteus  zu  suchen,  so  glaubte  ich
schon  das  Richtige  getrossen  zu  haben.  Aber  troßzdem
  brachte  niß  dieses  sein  Verhalten  doch  hestig
gegen  ib  n  auf.

nn  Sie  so  weiter  sprechen  wollen,“  rief
ich,  w2danm  verlassen  Sie  mich  um  Gotteswlllen,

 

 

Rosenheiner  Anzeiger

Dienstag,  31.  März  1914

 

 

Das  Abonmement  wird

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J  —

—

 

 

Rosenheimer  Tagblatt

Amtbliches  Bublikallons-Organ

hang  siehen,  zum  Ausdruck.  Kurz  baben  wir
darüber  schon  berichtet.  Einiges  haben  wir  noch
zu  ergänzen.

Wenn  auch  die  Mehreinnahme  von  800  000
Mark  an  sich  kein  Erträgnie  von  wesentlicher
Bedeutung  darstellt,  so  scheink  dem  Redner  doch
die  Sanierung  dieser  staatlichen  Betriebe  in
erfreulichem  Fortschritte  begrissen  zu  sein.  Die
Erträgnisse  könnten  nach  seiner  Ueberzeugung
vielleicht  noch  gesteigert  werden  durch  eine  Einsparung
  an  höheren  Beamtenstellen.  Aber  auch
der  Anstellungomodus  der  Beamten  müßte  insoferne
  eine  Aenderung  erfahren.  als  man,  in
den  oberen  Stellen  wenigstens,  das  Verhältnis
des  Dienstvertrages  einführen  sollte.  Helo  sagte:
„Ein  wesentlicher  Punkt  isr  der  Anstellungsmodus
  für  Beamte.  Ich  bin  der  Anschauung,  daß
bei  solchen  Wirtschaftsbetrieben  unsere  eigentlichen
  Verwaltungsbeamten  nicht  am  Platze  sind.
Wir  sollten  in  den  einzelnen  Werken  alsaeschäftrleitende
  Beamte  lediglich  Beamte  auf  Privatvertrag
  haben;  wenn  sie  außerdem  noch  am  Gewinn

  beteiligt  werden  können,  dann  werden  die
Verhältnisse  ganz  anders  werden.“  (Sehr  richtig!
  rechts.)  Für  die  Verpachtung  oder  gar  für
den  Verkauf  einzelner  weniger  rentab'er  Werke
kann  sich  der  Zentrumsvertreter  nicht  erwärmen;
zum  mindesten  müßte  der  jeyige  Zeitpunkt  als
verfrüht  erscheinen.  Den  liberaten  Antrag  auf
Einsetzung  eines  besonderen  Auaschusses  lehnte
Held  namens  des  Zentrums  ab.

Was  Traunstein,  Reichenhall  und  Nosenheim
betrift,  so  führte  Held  aus:  Heute  macht  Traunstein
  alte  Anstrengungen,  um  seinen  vollen  Salinenbetrieb
  wieder  zu  belommen,  und  es  ist  dazu
durch  die  Mißverhältnisse  geradezu  angezeigt,
die  sich  in  Reichenhall  und  Berchtergaren  ergeben
  haben.  Was  Reichenhall  angeht,  so  hat
nicht  die  Stadt  selbst  Schwierigkeiten  gemacht,
sondern  die  Verkehreverwaltung  selber  hat  in
Verbindung  mit  der  Salinenverwaltung  im  Juli

die  Ertlärung  abgegeben,  daß  ein  ober-Wissher
  Bahnanschluß  durchaus  nicht  möglich
sei.  (Hôrt!  bei  der  Fr.  Ag.)  Die  Frage  des
Bahnanschlusses  in  Reichenhall,  die  Irag  der
cnentuellen  Verlegung  der  dortigen  Saline  oder
zum  mindesten  der  Salzgewinnungsflätte,  dann
aber  auch  die  Frage  der  Wiederherstel:  ung  der
Saline  in  Traunstein  bictet  eine  solche  Fülle
von  inneren  Widersprüchen  zwischen  Stoatsregierung
  und  den  einzelnen  in  Betracht  kom-–

  mmmmarmmmmimmm
bevor  ich  Jynen  elwas  iu  Leide  lur.  Ich  hur#t  eih  Oyallenor  ##t,  Dr.  Javerkal  wurde  im

Si  fur  einen  treuen  Mann,  als  ich  um  Ihren
Besuch  bat,  aber  ich  will  hier  keinen  Verräler  um
mich  #fehen.

In  wirklichem  oder  erheucheltem  Schrecken
stürzte  er  aus  der  Kabine  und  verließ  mich  in
einem  Zwiespalt  von  Wut  und  Veriweillung.  Al#
ich  mich  elwas  beruial  halte,  wandten  sich  meme
Gedanken  Aliue  zu,  und  ich  grubette  uber  einen
Plan  nach.  wie  ich  mich  ihr  auf  irgend  eine
Weisc,  vielleicht  durch  Beslechung  der  Schild.
wachen,  nähern  konnie.  Tie  Passagiere  —  das
merkie  ich  an  dem  Geräusch,  welches  ser  au  Bord
bemerkbar  machte  —  waren  um  diese  Stunde
vereits  auf,  und  der  Gedanke  machte  unh  koll,
daß  sie  vielleicht  wenige  Schritte  von  mir  anjund
  abging  und  doch  nicht  wußte,  daß  ich  inr
so  nahe  war.  Allerdings  war  anzunehmen,  daß
man  Maßregeln  getroffen,  um  das  Gros  der
Passagiere  über  meinc  Anwesenheit  an  Bord  in
—  zu  erhalten.

9  erbrach  mir  noch  den  Kopf,  wie  ich
meinen  Pan  am  besten  zur  Ausführung  bringen
lonnte,  als  das  Geräusch  ceines  Zwiegesprächs,

an  der  meiner  Kabine  benachbarten  Apothekentür
  stallsand  meine  Ausfmerlsamleit  erregle.

Zunächst  sagte  eine  Stimmc,  in  der  ich  die
der  aten  Stewardeß  erkannte:

t  der  Tolior  da?
#es  gibl'??  ragte  Zav
SIch  wollte  Ihnen  nur  wertal  daß  einc  der
Damen  krank  geworden  ist,  Sir,“  sagte  die
Stewardeß.  „Es  ist  Miß  Challenor,  die  die
Kabine  No.  17  bewohnt.  Sie  ist  ohnmächtig  und
liegt  vollstandig  bewußtlos.“

.So“  lautele  die  diensteifrige  Antwort,  bei
der  mir  das  Herz  in  der  Brust  erstarrte,  sagen
Eie  Mrs.  Vemirkonuth,  die  doch  wabrichcinisy  bei

 

menden  Interessenten,  daß  es  nahezu  ganz  unmöglich
  für  den  Abgeordneten  ist.  sich  ein  Bild
von  den  wirklichen  Verhältnissen  zu  machen.

Das  Interesse  der  Stadt  Traunstein,  wie  auch

das  allgemeine  Interesse  lassen  die  Rückrerlegung
als  geboten  erscheinen.  Ich  erkläre  für  meine
Person,  daß  ich  für  die  Petition  der  Stadt
Traunstein  und  für  den  Antrag  Eisenberger  eintreten
  werde.  In  Nosenheim  und  in  der  ganzen
Umgebung  herrscht  eine  große  Mthstimmung
darüber,  daß  man  das  Raublinger  Moor  verpachtet
  hat.  Dort  gibt  es  den  besten  Specktorf
  in  Lanz  Oberbayern.  Auch  die  Lage  für
die  urnrochung  der  Filze  ist  sehr  qünstig.

Der  Finanzminister  wandte  sich  scharf  gegen
die  liberale  Kritik.  Der  Anregung,  Beamte  auf
Diensivertrag  bei  den  Werken  anzuslellen,  werde
er  nachlommen,  odwohl  es  ihm  noch  sraglich
erscheine,  ob  der  Staat  davon  einen  Nutzen  habe.
Der  Anttag  der  Liberalen  betreffend  Einsetzung
einer  Kommission  ist  geiehwidrig  und  es  besteht
  zu  derselben  auch  kein  Anlaß.

Der  Minister  wendet  sich  dann  den  Verhältnissen
  bei  den  Sakinen  Traunstein  und  Reichenhall
  zu  und  konstatiert,  daß  der  Beschluß,  den
Salinenbetrieb  von  Traunstein  nach  Reichenhall
  zu  rerlegen,  seinerzeit  nach  Ueberwinoung
grob  er  Schwi  rigkeiten  in  beiden  Kammern  zustande
  g.kommen  sei.  Man  hat  sich  von  der
damaligen  Ausführungen  der  Staatsregierung
überzeugt  erklärt,  daß  dasb  Ziel  die  Neuorganifalion,
  Zentralisation  und  Modemisierung  der
Einrichtungen  sein  solle.  Das  Ziel  der  Zentra.
lisation  ist  völlig  durchgeführt  worden.  Dabei
  ist  es  auch  gelungen,  nach  langjährigen  Verhandlungen
  das  Zwerggebilde  der  selbständigen
  Gemeinde  Au  aufugeben  und  sie  mit  Trannstein
  zu  vereinigen.  Bald  nach  der  Verlegung
der  Saline  nach  Reichenhall  erhielt  ich  eine
Petition  von  Bürgern,  die  die  Wiedereröffnung
  der  Saline  Traunstein  wünschte  und  auch
die  Stadtverwaltung  schloß  sich  dieser  Erkläkung
  an,  nachdem  man  wenige  Tage  vorber
mit  mir  den  Akt  der  Auflassung  abgeschlossen
hatte.  Bald  darauf  erschien  auch  eine  Deputation
  bei  mir  in  der  gleichen  Angelegenheit.
Ich  leate  dieser  dar,  daß  trotz  der  Aufhebung
der  Saline  Traunsiein  nicht  aufhöre,  ein  besuchter
  Ort  u  sein.  Ich  habe  der  Deputation
auch  gleich  erklärt.  daß  sie  einen  Schildbũrgersrreich
  gemacht  hätte  und  ich  muß  die  Sache

ge  herunterlommen  und  ihr  etwas  verschreiben.

20.  Kapitel.

Die  Erzählung  der  Mrs.  Brinkworth.

„Auf  Ersuchen  meines  Freundes,  Kapitän
Cyrill  Forrester,  der  bis  vor  kurzem  in  der
Handelsmarine  diente,  ergreise  ich  die  Feder,  um
eine  Läcke  in  dem  Bericht  auszufüllen,  den  er
von  den  schreckichen  Ereignissen  auf  der  „Königin

tNacht-  für  Kresse  vorbereitet.  Emzelne
or  Laach  die  ne  der  Lösung  der  Angelegendeit
eng  zusammenhingen,  ereigneten  während
seiner  Abwesenheit  vom  Schiff  und  auch,  während
er  nach  seiner  Rettung  von  dem  Wrack  eingesperrt
war,  und  gerade  von  diesen  Tatsachen,
die  er  notgedrungen  nicht  als  Au  gaangune
mugemacht,  hat  er  mich  gebeten,  zu  spre

Als  das  Schiff  Genna  verließ,  wußte  keirer
der  Passagiere,  E  Kapitän  Forrester  zurück.
geblieben  war,  und  Mr.  Mc  Juntyre  aul  (ele.
hraphische  Anweisung  von  Seiten  der  Londoner
Reeder  das  Kommando  für  ihn  übernommen
hatte.  Noch  weniger  wußten  sic,  warum  da
eigentlich  geschehen  war.  Erst,  als  wir  wieder  :
See  stachen,  und  nicht  mehr  zu  befürchten  -.
es  könne  jemand  an  Land  dem  Kapitän  zu  Oilfe
eilen,  gab  Dr.  *  die  Tatsachen  bekannt;
dabei  hatte  er  so  große  Eilc,  sortzukommen,  daß
Mr.  Mec  Intore  auf  sein  Ersuchen  nicht  einmal
eine  VMiertelstunde  auf  den  Passagier  warten
wollte,  der  damals  unter  dem  Namen  des  Genera#
Waldo  bekannt  war.  Derselbe  war  am  vorigen
Tage  an  aud  gegangen  und  nicht  wieder
zurückgekehrt.

Zavertal  ftellte  die  Sache  so  geschickt  dar,  daß
die  Geschichte,  die  er  erläblte,  als  plaulibel  oe-Erunkfurt

  a.

 

—7“———m——-'““"“"“"
gpb#u###,  Dannoe,  Irrsbruck,  Karluriche,  Abla  it.
——

auch  hier  als  einen  Schnobbrcrrstreic,  bereichnen.
  konn  mich  nicht  bereit  erklären,  im
dieser  Hinsicht  ein  Entge  mmen  in  Aussich
  stellen  zu  können.  wünsche  Thhunktein

das  Allerbeste,  aber  zu  einem  derartigen  Streich
dürfen  wir  die  Hand  nicht  bieten.  Die  5f
wegung  für  die  Sache  scheint  mir  kunstlich  ge
macht.  Wenn  wir  den  Bahnanlchluß  nicht  erreichen
  in  Reichenhall,  dann  werden  wir  ##
der  Aufstellung  einer  zweiten  Pfanne  in  Relchenhall
  Abstand  nehmen  müssen.  Jazwischen
haben  sich  auch  Verhältnisse  ergeben,  die  e3
mwünschenswert  erscheinen  lassen,  eime  weitere
  Saline  in  Unterfranlen,  bei  Kitzingen  zu
ertichten.

Der  weitere  Verkauf  der  Scsmeitgsihung  ist
aus  unserem  Bericht  schon

Follilche  Mundschan.

akern  #
Geschäftsvereinfachung  bei  der  Jutig


Eine  Bekanntmachung  des  K.  Staateministeriums
  der  Jusriz  d  die
fachung  besagt:  Wenn  die  Justlbeh##e#en  die
gesteigerten  Aufgaben  ohne  eie  wesentliche
Vermehrung  des  Personalstande-  bewältigensollen,
  ist  es  erforderlich,  daß  alles  geschieht,  was
zur  Vereinfachung  des  Geschäftsganges,  elin
derung  des  Schreibwerks  und  zur  Entlastun  ad
Richter  von  untergeordneter  Tätigkeit  ges
kann.  Die  Justizwerwaltung  hat  in  den  fetten
Jahren  zahlreiche  Anordnungen  getroffen,  die
esse  hinwirken  sollen.  Allein  noch  nicht  überll

  hat  sich  die  Ueberzeugung  durchgerungen,
dat  jede  unnötige  Arbcit  eine  Vergeudung  von
Zeit  und  Kraft  ist.  Die  Amtsvorstände  und
Aussichtebehörden  müssen  es  deshalb  als  eine
ihrer  vornehmsien  Aufgaben  betrachten,  die  ißnen
  unterstellten  Beamten,  soweit  nötia.  hierüber
  aufzutlären,  feder  nutzlosen  Vielschreiber#ei
entgegenzuwirken  und  dafür  zu  sorgen,  daß  alle
bleper  zur  Vereinfachung  der  Geschäfte  erlassenen
Vorschriften  beobachtet  werden  und  daß  don
allen  damit  emgeführten  Erleichterungen  ein
Möglichst  eitgehsnder  Gebrauch  gemacht  wird
München  und  das  Arbeitersänger.

fest.
Die  Vertretungskörper  der  Stadt  München
haben  unlängst  für  das  in  Auaesicht  stehende

—  und  teilte  einer  Gruppe  von
die  er  sich  zu  dicsem  Zwecke  ausgesucht,
  mit,  er  härte  schon  Ju  Beginn  der  Reise
entdeckt,  daß  der  „ame  Forrester-  an  Sinnentänschungen
  litt,  voch  häute  er  gehoffl,  sie  würden
sich  nich:  so  stark  bemerkbar  machen,  daß  man  ihm
die  Leitung  des  Schiffes  nicht  länger  anvertrauen
könnte.  Die  Krankheit  hätte  sich  indessen  so
ichnell  entwickelt,  daß  nur  noch  ein  Ausweg  ubrig
blieb,  als  der  Kapitän  einen  Gentleman  unter
dem  törichten  Vorwande,  er  wärc  mu  einem
blinden  Passagier,  den  er  in  Barcclona  gelandet.
—  ebenfalls  insolge  ciner  selisamen  und  plöônlichen
  Laune  —  itdentisch,  vom  Schiffe  gewiesen
hatte.  Als  Arzt  des  Schuses  sah  Zavertal  es
als  eine  grbetrunsche  Notwendigkeit  an,  den  Fall
dem  brinschen  Konsul  vorzutragen,  und  das
Resultat  dreser  Beralung  war,  daß  der  Kapitän
in  sichere  Obbut  genommen  wurde,  bis  man  ihn
nach  Enslan  zurückbesördern  konnte.

Di  richt  von  Kapitän  Forresters  Absetzung
  verbreilet  sich  bald  auf  dem  Schiff,  doch
glücklicher  Weise  war  ich  in  der  Lage,  allen  Gerüchten
  zuvorzukommen  und  die  Sache  meiner
lichen,  jungen  Schutzbesohlenen,  Miß  Challenor,
selbst  mitzutcilen.  Alinc,  wie  ich  sie  schon  lange
nenncu  durste,  hatte  mir  von  ihrer  Verlobung
erzählt,  und  beide,  Aline  und  der  Kapitän.
verdienten,  wenn  nicht  aus  anderem  Grunde,  so
schon  durch  ihre  unausbeglsan  Freundlichkeit
während  der  schrecklichen  Szene  in  Hibralter
meine  Sympathie  und  meine  Dankba#

lien  lounteé,
Passagieren,

(Wellchm  #chen)