Full text : Sachsen-Chronik Erste Serie. (1)

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sonders  vom  Purteigeiste  sprühen.  Unter  den  später  erschienenen
sind  erst  einige,  die  etwas  unparteüüscher  sich  halten-,  besonders
die  von  Löber.2:)  Das  Colloquium  nahm  auf  dem  Rathhause
zu  Altenburg  am  21.  October  1568  seinen  Aufang.  Von  Sciten
Kursachsens  waren  Johann  von  Bärenstein,  Jobann
von  Zeschau  und  Dr.  Laur.  Lindemann,  s)  sowie  die  Theologen:
  Dr.  Paul  Eberus,  Pfarrer  zu  Wittenberg;  Dr.  Heinrich
  Salmuth,  Professor  und  Pfarrherr  an  der  Thomaskirche
und  Superintendenten  zu  Leipzig;  Dr.  Andreas  Freyhub,
Professor  und  Decan  der  dasigen  theologischen  Facultät;=  Dr.
Peter  Prätorius,  Dr.  Kaspar  Cruziger  der  jüngere,
Magister  Christian  Schütz,  Hofprediger  zu  Dresden  und
Magister  Heinrich  Müller,  als  Notar,  zugegen,  während  von
dem  Herzogthume  Sachsen  der  Herzog  Johanu  Wilhelm
selbst,  der  auch  das  Präsidium  führte,  Eberhard  von  der
Thann,  Dr.  Peter  Brehm,  und  Heinrich  von  Erffas)
und  die  Theologen  Dr.  Johann  Wigand,  Dr.  Johaun
Friedrich  Cölestinus,  Magister  Christopb  Irenäus,  Magister
  Bartholomäus  Nosinus,  Magister  Alexius  Bresnicer,
  Magister  Thimotheus  Kirchner,  und  Magister  Martin
  Burggrao,  als  Notar,  dazu  bestellt  waren.  Außerdem  wurden
  auch  noch  Paul  Crellius  und  Magister  Martin  Welßius
  und  Magister  Johann  Weber,  zuweilen  zu  den  Sitzungen
hinzugezogen.  Die  Materien,  über  welche  colloquirt  ward,  waren
folgende  drei:  1)  de  Majorismo,  )  ob  die  guten  Werke  zur
Seligkeit  nothwendig  wären;  2)  der  Synergismo,  5)  von  der  Kraft

Bericht  vom  Colloquio  zu  Altenburg  auf  den  endlichen  Bericht  der  Wittenberger,
  Jena  1570.  4.  32  Bogen  (vergl.  Unschuld.  Nachr.  1713.  S.  727).
—  Colloqninm  Allenburgense  de  articulo  inslilicationis  inter  Electoris  et  Ducis
Saxoniae  Theologos.  Jen.  1570.  4.  150  Bogen.  —  Bekenntniß  vom  freien
Willen  so  im  Colloquio  zu  Altenburg  hätte  sollen  fürgebracht  werden  von  fürstl.
sächsischen  Theologen.  Jen.  1570.  4.  —  Nicol.  Selneccer's  Verantwortung
  auf  der  Flacianer  Lästerung  auf  ihn  und  etliche  andere  unschuldige
Personen  in  ihren  verdächtigen  Aclis  colloquii  Allenburgensis,  item  auf  Cölestini
  Schmäh-Charten.  1570.  4.

)  Golthilf.  Friedr.  Locheri.  Consiliaril  Consistorialis  et  Superindent.  general,
  ad  historiam  colloqui  Altenburgensis  animadversiones,  ex  documentis
genuinis,  hartim  nunc  primumi  ecditis.  Altenhburg.  1776.  4.  8  Bogen.  Diese
Schrift  ist  unstreitig  die  beste  Aufklärung,  da  namentlich  die  Appendicnia
charlarum  viele  bis  dahin  noch  unbekannte  Urkunden  aus  den  herzogl.  sächsischen
  Archiven  enthält.  —  (Vergl.  Göttinger  Gel.  Anz.  1777.  S.  222.  Erlanger
  gel.  Zeitg.  1776.  S.  42  2c.)

2)  Als  weltliche  Räthe.

4)  Ebenfalls  weltliche  Näthe.

:)  Von  Dr.  Georg  Major  so  genannt,  welcher  behauptete:  ohne  die
guten  Werke  könne  der  Mensch  nicht  selig  werden.

5)  Pelagius  brachte  ihn  zuerst  auf  die  Bahn.  Zur  Zeit  der  Neformation
  ward  er  von  Erasmus  Roterodamus  gegen  Luther  vertheidigt.  Nach
deren  Tode  begünstigte  ihn  um  1550  Melanchthon  und  seine  Schüler,  Dr.  Georg