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Individuum dafür, daß dem letztbezeichneten Gerichts- oder
praktischen Arzte hievon Anzeige erstattet wird. Ad 2) Die
Prüfung der Deserviten-Rechnungen hat durch denjenigen Ge—
richtsarzt zu geschehen, in dessen Bezirk der Kranke sich in Be—
handlung befand, ohne Rücksicht darauf, ob der Rechnungssteller
in demselben Bezirke oder in einem anderen seinen Wohnsitz hat.
Damit der Vollzug der ad 1) gegebenen Vorschrift entsprechend
gesichert werde, haben niederärztliche Individuen ihren
Deserviten-Rechnungen jederzeit beizusetzen, unter der Respiciens
welches Arztes sie einen ihre Befugnisse übersteigenden Krankheitsfall
behandelt haben, und wenn dieser Arzt nicht der einschlägige
Gerichts= oder Bezirks-Arzt ist, wann bei Einem von
Letzteren die vorgeschriebene Anzeige erstattet wurde.
Durch eine genaue Beachtung dieser Normen ist den Physikaten
und den Aerzten überhaupt ermöglichet, den so nachtheiligen
Pfuschereien und Befugniß-Ueberschreitungen in ihren Bezirken
zu begegnen und über den Gesundheits-Zustand in Denselben
diejenige nähere Kenntniß zu erlangen, welche nothwendig
ist, um förderlich im Sanitätsdienste zu wirken.
Die k. Regierungen haben hienach das Weitere zu verfügen
und darüber zu wachen, daß die hier gegebenen Normen allenthalben
genau eingehalten werden.
München, den 1. Dezember 1856.
Staatsministerium des Innern.
An sämmtl. Regierungen, K. d. J., also ergangen.
Nr. 39,941. S. 136.
Entschließung der k. Regierung von Mittelfranken, K. d. J., Uebergriffe
der Bader und Magistri chirurgiae betr.
Im Namen Seiner Majestät des Königs.
Es ist zur Wahrnehmung gekommen, daß Bader älterer
Ordnung und Magistri chirurgiae entgegen der Instruktion
vom 25. Oktober 1836 lateinische Recepte schreiben, mitunter
sogar in gefährlichen Verbindungen und Dosen, und daß diese
Recepte in den Apotheken unbeanstandet gefertiget und die Arzneien
verabfolgt werden.