felben nach Bedürfute fortwährend gereicht wirb, so daß ste ohne alle
Sorge und Bekümmernis Gott um so freier dienen können. Man
wird ihnen diese Maßregel als das wirksamste Mittel bezeichnen, auf
den Gipfel der Vollkommenheit zu gelangen.
11. Um die Armut der Gesellschaft glaubhafter zu machen,
sollen die Superioren von reicheren Freunden gegen Schuldscheine
Gelder leihen, deren Bezahlung aufgeschoben wird. Sodann soll eine
solche Persönlichkeit zur Zeit einer Krankheit, namentlich einer gefährlichen,
fortwährend besucht werden, man wird dieselbe auf jede
Art für sich einnehmen, so daß sie sich endlich bewogen fühlt, den
Schuldschein zurückzugeben. So werden die Unsrigen im Testamente
nicht erwähnt werden und nichts destoweniger werden wir Gewinn
haben, ohne uns den Haß der Erben des Sterbenden zuzuziehen.
12. Es wird auch passend sein, von einigen Personen Geld
auf jährliche Zinsen aufzunehmen und ebendasselbe Geld anderweitig
zu höherem Zinse unterzubringen, so daß ein Zins den andern ausgleicht.
Inzwischen wird es gescheben können, daß die Freunde, welche
die Gelder in dieser Weise hergeliehen haben, aus Mitleid mit uns
den Zins oder manchmal sogar das Kapital entweder testamentarisch
oder durch Schenkung bei Lebzeiten an die Gesellschaft abtreten, wenn
Kollegien gegründet oder Kirchen gebaut werden.
13. Mit Nutzen wird auch die Gesellschaft unter dem Namen
reicher uns ergebener Kaufleute Handelsgeschäfte treiben können.
Aber man muß auf einen sicheren und reichen Gewinn sehen, auch
in Indien, welches der Gesellschaft nicht nur Seelen, sondern auch
bis jetzt mit Gottes Gunst großen Reichtum gebracht hat.
14. Die Unfrigen werden dafür sorgen, daß sie an den Orten
ihrer Niederlassung einen der Gesellschaft treuen Arzt haben, welchen
sie den Kranken vor andern ganz besonders empfehlen und anpreisen.
Derselbe wird dann seinerseits die Unsrigen vor den andern Orden
empfehlen und bewirken, daß wir insgemein zu den vornehmsten
Kranken und namentlich zu den Sterbenden gerufen werden.
15. Die Beichtväter sollen unermüdlich sein in Besuchen bei
Kranken, hauptsächlich bei Schwerkranken, und um Mitglieder anderer
Orden und andere Geistliche auf eine anständige Art von denselben
ferne zu halten, sollen die Oberen (Superforen) dafür sorgen, daß
dann, wenn der Beichtvater sich von den Kranken entsernen muß,
sofort andere an seine Stelle treten und den Kranken bei seinen guten
Vorsätzen erhalten; mittlerweile muß man in kluger Weise den Kranken
Angst vor der Hölle u. s. w. u. s. w. einjagen, mindestens aber
vor dem Fegfeuer. Man muß zeigen, daß, wie das Wasser das
Feuer auslöscht, so Almosen die Sünde. Nirgends aber können Almosen
besser aufgewendet werden, als zum Unterhalt und zur Unterstützung
solcher Personen, welche infolge göttlicher Berufung es zu
ihrer Aufgabe machen, für das Seelenheil des Nächsten Sorge zu
tragen. So nehmen die Kranken Teil an dem Verdienste, und so
werden sie für ihre eigenen Sünden Genüge leisten, weil die Mildtätigkeit
die Menge der Sünden bedeckt. Diese Amosen können