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spielender Kinder; denn auch mit dem Schulbesuch wurde es nicht
streng genommen. Während die Eltern behaupteten, sie könnten
ihre Kinder für ihre Arbeit nicht entbehren, lungerten diese auf
der Gasse umher. Einige hüteten während der guten Jahreszeit
eine magere Kuh auf den Gemeindewiesen oder führten ein paar
Hämmel in die Wälder, die dork großen Schaden anrichteten; im
Winker aber lasen die Kinder Abfallholz auf. Was sie aber noch
Qogr auflasen, war die Gewohnheit des Müßiggangs mit all seinen
astern.
Auch die Wege der Gemeinde boten denselben Anblick dar wie
das Dorf. Das Zugvpieh erschöpfte seine Kräfte bei dem schlechten
Zustande derselben. Die daraus entstehende Unmöglichkeit, die
Cuhrwerke gehörig zu beladen, vervielfältigte die Fahrten und veranlaßte
viel Zeitverlust, oft Kkamen Rad- und Wagenbrüche vor. Im
Winter wurden die meisten Wege ganz unfahrbar, und da kein Fuhr.
werk mehr auss Feld ging, so hörten auch die Arbeiten im Dorfe
auf, was die Folge hatte, daß die Einwohner den größten Teil des
Tages in den Schenken zubrachten. Aber auch die Stadt wurde
jede Voche von Mann und Frau besucht; ebenso lief man auch
allen Märkten der umliegenden Dörfer auf vier oder fünf Stunden
im Umtkreise nach.
In den Kneipen, auf den Messen und Närkten, bei allen Lolksversammlungen
zeichneten sich die Schönfelder durch grobe Reden
und Streitsucht aus und es kam nicht selten zu Schlägereien. Bei
ihrem zänkischen und streitigen Wesen vermied man es auch überhaupt
sich mit ihnen einzulassen. Einige Bürger der Stadt wären gerne
geneigt gewesen, das Gefäll des obenerwähnten Baches nutzbar zu
machen; aber sie scheuten sich mit so ungeselligen Nachbarn in Lerhandlung
zu treten.
Dies war der Zustand der Gemeinde, als der Doktor es unternahm
denselben zu verbessern.
Ehe er sein großes Lorhaben in Angriff nahm, berechnete er
alle Folgen. Es konnte nicht zweifelhaft sein, daß, wenn es ihm
gelang, der modernen Zivilisation in der Gemeinde Bahn zu brechen,
auch der Geist und die Sitten sich ändern würden. Aber er war
sich auch wohl bewußk, mit welchen Schwierigkeiten er zu kämpfen
haren würde, welche Hindernisse ihm Vorurteil, Trägheit, Eiferucht,
Verleumdung bereiten, und wie er für eine Zeit lang seine
Ruhe und seinen Frieden zu opfern habe. Dieser Kampf schreckte
jedoch den für sein Lorhaben begeisterten Mann nicht zurück.
Komme ich nicht ans Ziel, dachte er, so erreichen es andre nach
mir. Ubrigens sah er wohl ein, daß er allein einer so großen
Aufgabe nicht gewachsen sei. Bescheiden, wie alle Männer von
wahrem Lerdienst, begriff er, daß er sich nach Hilfe umsehen
müsse, und sich solche zu verschaffen, war daher die erste seiner
Horgen. Nach Rapet-Meyer.