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Ertrag abwarf als vorher das Ganze. Der Wert seines nach allen Richtungen
verbesserten Besitzes hatte sich fast verdreifacht.
Solche Erfolge stachen jedoch den Bewohnern von Schönfeld in die
Augen. Nachdem einmal einige Bauern, durch das Beispiel, den Zuspruch
und hie und da durch geheime Unterstützung des Herrn Hofmann ermuntert,
für Verbesserung gewonnen waren, war das Schwerste überwunden;
dennoch blieb des Dokters Leben von nun an ein immerwährender Kampf
mit Hindernissen. Er mußte persönlich alle Arbeiten überwachen und durfte
nicht müde werden Belehrung und Rat zu erteilen, wozu er die Sonntage
benutzte, an welchen sich die Bewohner in Gruppen um die Kirche zu ver—
sammeln pflegten.
Worauf er vor allen Dingen seine Aufmerksamkeit richtete, das war
die Eindämmung des Baches, der die Ebene bei dem Dorfe durchschnitt.
Hatte man diese bewerkstelligt, so waren nicht nur die Überschwemmungen
beseitigt, welche die Ebene in einen ungesunden Sumpf verwandelten,
sondern auch gute Wiesen gewonnen. Man schritt ans Werk, dämmte
den Bach ein, leitete das Wasser in zahlreichen Gräben ab und in kurzer
Zeit war gutes und fettes Futter für einen vermehrten Viehstand und damit
auch Dung gewonnen, woran das Dorf immer Mangel gelitten hatte.
Dies war aber nicht alles. Wir wissen, daß der Bach viel Gefäll hatte.
In der nächsten Nähe des Dorfes baute der Doktor nun eine Mahlmühle,
die dem Orte bisher gefehlt hatte; auf weite Entfernung und auf schlechten
Wegen hatten die Bewohner ihre Frucht zur Mühle fahren müssen. Doktor
Auer ging weiter. Grund und Boden der Gemeinde war nicht so groß,
daß die Bewohner hinreichend mit Feldarbeit beschäftigt gewesen wären.
Er beschloß daher eine Industrie in das Dorf zu rufen. Durch den Verkauf
eines Teils seines Besitztums an einige unternehmende Kapitalisten wurde
auch dies ermöglicht. Bald sah man die Mauern einer Spinnerei sich erheben,
an die sich später eine Kattunfabrik anschloß. Der Anfang mit derlei
Anstalten war nun gemacht, und da immer noch Wasserkräfte übrig waren,
so gab dies zur Errichtung einiger Hammerschmieden Anlaß. Ohne Anstände
liefen diese Neuerungen aber nicht ab. Schönfelds Einwohner waren für
diese neue Gewerbtätigkeit teils nicht zahlreich teils nicht verständig genug
und es mußten daher fremde Arbeiter herbeigezogen werden, welche man
als ebensoviel Mäuler, die dem Ort das Brot wegessen und die Waren verteuern,
mit Neid und Unwillen ansah.
Der Doktor wußte die Aufgeregten zu beruhigen. Es galt aber noch
in einer andern Richtung allen seinen Einfluß geltend zu machen, da es sich
nun auch darum handelte, die Gemeindegüter, einen ansehnlichen Besitz,
auf welchem die Armen ihre Kühe und Schafe weideten, teils zu verkaufen,
teils auf lebenslängliche Nutznießung gegen mäßigen Zins zu verteilen.
„Das heißt die Gemeinde ruinieren und die Armen vollends an den Bettelstab
bringen“, war das Gerede im Dorf. Der Doktor setzte aber auch dies
vermöge seiner Beliebtheit in der Überzeugung durch, daß sein Vorschlag
die beste Auskunft sei, für die gemeinnützigen Verbesserungen Mittel zu
schaffen und wertlose Weiden in gutes Ackerland zu verwandeln. So wurde