Knockout — Kolubara
den Höhen östl. von K. 15.—25. Olt. 1915 hartnäckigsten
Widerstand leisteten.
Knockont-, beim Boxen der letzte (siegreiche)
Schlag; danach verkündete Lioyd George 1916 den
Kampf bis zum K.
Kohlenstation, Überseeischer Hafen, der für
Dampfer Kohlen lagert, auch Motorschiffen Treiböl
liefert; insbes. auch soviel wie Flottenstützpunkt.
Kohlenwirtschaft. Die moderne Kriegführung
ist in doppelter Hinsicht in stärkstenmn Maße von der
Kohlenversorgung abhängig: einmal ist der Kohlenverbrauch
die Grundlage es Eisenbahnverkehrs,
der erst die dauernden Verschiebungen von Millionenheeren
ermöglicht. Die Beförderung einer Armee
von drei Armeekorps kostete 340 Maschinen mit 17000
Wagen auf 4 Wochen. Die gewaltigen Entfernungen
der Fronten — die Transporte aus Deutschland
brauchten nach Frankreich 2, Rußland 5, Numänien
10, Serbien 7, Italien 4 Tage — steigerten diesen
Bedarf ganz ungeheuer. Zweitens erforderte die
Kriegsindustrie, besonders für die Herstellung der
Munttion, Fn ewaltige Kohlenmengen. Die Steigerung
der enförderung in Deutschland von
1887 bis 1913 von 76,2 auf 278,6 Mill. t jährlich
kam zwar diesem Bedarf entgegen, reichte aber bei
weitem nicht zu. Es machte sich darum im Kriege bei
gleichzeitiger Steigerung der Förderung eine Senkung
des gesamten Nichtkriegsbedarfs erforderlich. Erstere
war bei dem zunehmenden Mangel an Arbeitskräften
nur durch sog. Raubbau möglich, d. h. es wurde
die Kohle, unter Zurückstellung aller Erdarbeiten zur
Aufdeckung neuer Flhze, dort rücksichtslos abgebaut,
wo sie nur zu erfassen war. Dieses System mußte
notwendig in absehbarer Zeit zu einem akuten Mangel
führen, der seit dem Winter 1916/17 allmählich eintrat
u. bei Kriegsende, als obendrein große Kohlenebiete
von Deutschland weggenommen wurden und
auerstreiks die Förderungsziffer noch weiter herabsenkten,
zu einem vollständigen Zusammenbruch der
deutschen K. führte. Die Senkung des Nichtkriegsbedarfs
wurde im Winter 1916/17 bei Durchführung
des Hindenburgprogramms durch Stillegung aller
nicht kriegsnotwendigen Betriebe u. Rationierung
der Hausbrandkohle durchgeführt. Bereits 1915
war zur Senkung des Gasverbrauchs die Sommerzeit
eingeführt, ferner wurden die Schulen zeitweise
geschlossen (Kohlenferien) u. zusammengelegt, Badeeinrichtungen
eingeschränkt usf. Die Überwachung
dieser Maßnahmen wurde einem Reichskommissa für
Kohlenverteilung anvertraut, unter dem 5 Kohlenausgleichsstellen
(Kattowitz, Halle, Essen, Mannheim,
Dresden) u. bei den einzelnen Stadt= u. Kommunalverbänden
Ortskohlenstellen (Kohlenämter) arbeiten.
Gleichzeitig wurde der Kohlenhandel organisiert.
Die Ausfuhrlied sich nur in geringem Maße einschränken,
da schland die Kohle als Zahlungsmittel
für die Lebensmitteleinfuhr aus den neutralen
Ländern benötigte; die regelmäßig mit diesen abgeschlossenen
Wirtschaftsabkommen b#rten jedoch zu
einer scharfen Rationierung der zur Ausfuhr freigegebenen
Mengen (s. Schweiz, Niederlande). Die
Einfuhr böhm. Braunkohle war wesentlich geringer
und fiel zeitweise völlig weg, worunter besonders die
sächs. Industrie litt. Die nordfranz. u. belg. Kohlendistrikte
waren für die deutsche K. nur von geringer
Bedeutung, da der größte Teil der Gruben info *sv
Zerstörung nicht gebrauchsfähig war, zumeist auch in
der Kriegszone lag; die Ausbeutung der übrigen, bes.
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in Belgien, war wegen Arbeitermangels gering und
deckte noch nicht den Bedarf der besetzten Gebiete.
Ebenso war die Lage in Polen und Serbien.
In England war die Lage der K. im Kriege etwa
die gleiche wie in Deutschland. Frankreich verlor
bereits 1914 seine wichtigsten Kohlendistrikte, so daß
hier am frühesten akuter Mangel eintrat; im wesentlichen
mußte England aushelsen. Italien, völlig
auf engl. Einfuhr angewiesen, litt besonders schwer,
zumal seit der Unterseebootkrieg die Zufuhr über
See ungeheuer erschwerte. In Osterreich-Ungarn
führte die Verweigerung höherer Löhne bereits 1916
zu schwerem Mangel. Rußland half sich mit seinen
gewaltigen Holzvorräten.
Der Wiederaufbau Europas ist in erster Linie
mit von der K. abhängig. In Erkenntnis dieser Tatsache
sicherte sich die Entente bei Friedensschluß in
doppelter Hinsicht: sie trennte bedeutende Kohlendistrikte
von den Mittelmächten ab (Tschechoslowakei,
Polen mit Oderschlesien, Saarbecken, Elsaß-Lothringen)
u. legte ihnen bedeutende Lieferungsmengen
zur? Wiedergutmachung= auf (Deutschland an Frankreich
21 Mill. t, Bulgarien an Serbien 50000t jährlich).
Zur Behebung der Weltkohlennot setzte der Interalli#erte
scern am 7. Aug. 1919 einen
Interallilerten Kohlenrat ein.
Kohlrübenwinter, der Winter 1916/17, in dem
infolge lang andauernder Kälte die Kartoffelzufuhr in
den deutschen Großstädten unmöglich wurde, so daß
Kohlrüben statt Kartoffeln gegeben wurden.
Kokosinseln (Cocos-, Keelinginseln), brit.
Inselgruppe im südl. Ind. Ozean, wo 9. Nov. 1914
der Kreuzer „Emden= von dem austral. Kreuzer
»Sydney« in Brand geschofsen u. von der eigenen Besatzung
auf Strand gesetzt wurde; vgl. Bd. I, S. 270f.
Köln. K. ist seit 6. Dez. 1918 mit dem dahinter
gelegenen Brückenkopf gemäß den Waffenstillstandsedingungen
von den Engländern besetzt. Die wieder
errichtete Universität K. wurde 12. Juni 1919 eröffnet.
„Köln., deutscher Kleiner Kreuzer, s. Bd. I, S. 254.
Kolomea, lebh. Handelsstadt im füdöstl. Galizien,
am Pruth, wurde nach längerer Besetzung durch die
Russen Febr. 1915 von den österr.-ungar. Truppen
gestürmt. März, Mai und Juni 1915 kam es zu
neuen Kämpfen nördlich von K.
Kolonien. über die deutsche Kolonialpolitik und
ihre Ergebnisse vgl. Bd. I. S. 26f. und Bd. II, S.
12ff. — Sämtl. deutschen Kolonien, deren Bedeutung
als Kiigsschauple e Bd. II, S. 146ff. geschildert ist,
wurden bald nach Kriegsausbruch das Ziel der feindl.
Angriffe und gelangten schließlich in feindl. Besitz;
vgl. Bd. III, S. 120 ff. Im Versailler Vertrag verzichtete
Deutschland zugunsten der Entente aufalle seine K.
Kolonnenbrücke, s. Bd. II. S. 275.
Kolovrat, Bergrücken längs des rechten oberen
Isonzo, im Kuk 1243 m, seit Juni 1915 im Besitz
der Italiener, wurde in der 12. Isonzoschlacht am
25. Okt. 1917 von deutschen Truppen erstürmt.
Koltschak, russ. Admiral, während des Krieges
Kommandant der Schwarzen-Meer--Flotte, trat an die
Spitze der gegenrevolutionären Regierung in Sibirien,
wurde von den Bolschewisten Aug. 1919 zum Rückzu
von Omst auf Irkutsk wungen u. 7. Febr. 1920 *
Befehl des Irkutsker witärgusschuffes ingerichtet.
Kolubara, Nebenfluß der Save in Nordserbien,
an dem 23.—29. Nov. 1914 eine fiegreiche Schlacht
der 6. österr.-ungar. Armee gegen die 3. serb. Armee
stattfand. Vgl. ö1.