Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1806. (1)

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Instruktion
für  die
Elementar-Lehrer  in  den  königlichen
Stadt=  und  Landschulen.

Allgemeine  Vorschriften  und
Grundsäbe.

 

*

Elementarschulen  sind  als  öffentliche
  Unterrichtsanstalten,  in  welchen  die  ersten,
  allgemeinsten,  und  jedem  Menschen
unentbehrlichsten  Kenntnisse  gelehrt  werden,
in  jedem  wohlgeordneten  Staate  von  höchster
  Wichtigkeit;  ihr  Einfluß  auf  das  Wohl
ganzer  Länder  und  Narionen  ist  unbemeßbar.

K.  2.

Der  Stand  der  Schullehrer  gehört  daher
zu  den  wichtigsten  und  achtungswürdigsten,
so  wie  er  zu  den  mühe=  und  verdienstvollsten
gehört,  wenn  anders  die  sich  zu  ihm  Bekennenden
  die  vielen  und  schweren  Pflichten  derselben
  in  ernstliche  Erwägung  ziehen,  und
in  gewissenhafte  Erfüllung  bringen  wollen.

#  3.

Die  erste  Erweckung  des  jugendlichen
Geistes  und  die  oft  für  das  ganze  Leben  entscheidende
  Enrwickelung  oder  Ertödtung  der
natürlichen  Anlagen,  Fähigkeiten,  Neigungen
  u.  s.  w.  liegt  in  den  Handen  des  Elementar-kehrers.
  Er  legt  den  Grund  zum
hanzen  folgenden  Schul-Unterrichte,  zur
Ausbildung  der  körperlichen  und  geistigen
Kräste  des  Kindes,  zum  ganzen  künftigen
Menschen.

S.  4.

Es  liegt  sohin  dem  Staate  sehr  viel  und
wesentlich  daran,  wie  dieser  Grund  gelege
werde;  d.  i.  nach  welchen  Begriffen  und
Grundsätzen,  in  welcher  Form  und  nach  welcher
  Methode  der  erste  Unterricht  ertheilt  werde.

Nur  das  allg  ein  Brauchbare,  das
in  jedem  Stande  Anwendbare  darf  und
soll  in  den  Elementarschulen,  und  zwar
auf  dem  kürzesten  Wege,  in  dem  einfachsten,
ungekünsteltsten  Gewande  (Vertrage),  und
nach  der  zweckmäßigsten  immer  vom  Leichtesten
  und  Faßlichsten  zu  dem  Schwereren
sortschreirenden  Methode  gelehrt  werden.  Dieß
ist  die  Lehrart  der  Natur.  Ihr  folge  der  sie
fleißig  beobachtende  und  richtig  verstehende
Lehrer:  und  er  wird  seines  Zweckes  beym
Jugend=  Unterrichte  nie  verfehlen.

(Die  Fortsetzung  folgt).

Beförderungen.

Seine  königliche  Majestät  haben  den
Hosgerichtsrath  Reindl  zum  obersten  Justizrath
  zu  München,  —  den  Regierungs-Accessisten
  Stern  zum  wirklichen  Hofgerichts-Rarh
  zu  Straubing  allergnädigst  ernannt.


Vermäge  allerhöchster  Entschließung
vom  13.  Dezember  1805  haben  Seine  königliche
  Majesiät  den  Kooperator  zu  Großhartpenning,
  Joh.  Eggert,  anf  die  erledigte
  Pfarrey  zu  Nandlstatt,  —  den
Kooperator  zu  Zolling,  Joseph  Schwibacher,
  auf  das  Beneffzium  zu  Jomaning
zu  befördern  geruhr.