Metadata : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1916 (3)

326  Nr.  58.  1916.

meinden  und  dann  weiter  auf  die  in  Betracht  kommenden  Betriebe  unterzuverteilen.
  Dabei  ist  der  Umfang  der  bisherigen  Schlachtungen  des  einzelnen  Betriebes
  zu  berücksichtigen.

Die  Kreisbehörden  für  Volksernährung,  die  Ortsobrigkeiten  und  die  Kommissare
  der  ritterschaftlichen  Bezirke  der  Kommunalverbände  haben  darüber  zu
wachen,  daß  die  zugelassene  Zahl  der  Schlachtungen  nicht  überschritten  wird.
Gewerbliche  Schlachtbetriebe  haben  ein  Schlachtbuch  zu  führen.  Die  Führung
von  Schlachtbüchern  für  andere  Betriebe  oder  die  allgemeine  Führung  von
Schlachtbüchern  kann  von  der  Landesbehörde  für  Volksernährung  angeordnet
werden.  In  dem  Schlachtbuche  hat  der  Fleischbeschauer  jede  Schlachtung  zu  bescheinigen;
  das  Buch  ist  jedesmal  unaufgefordert  dem  Fleischbeschauer  vor  der
Beschau  vorzulegen.

II.  Gewerbliche  Schlachtungen.

Schlachtungen  von  Rindvieh,  Schafen  und  Schweinen,  die  nicht  ausschließlich
  für  den  eigenen  Wirtschaftsbetrieb  des  Viehhalters  bestimmt  sind,  dürfen
nicht  über  die  zugelassene  Höchstzahl  hinaus  und  nur  von  solchen  Personen,  denen
von  den  Ortsobrigkeiten,  im  Gebiete  der  Ritterschaft  von  den  Kommissaren  der
ritterschaftlichen  Bezirke  der  Kommunalverbände,  die  Erlaubnis  zur  Schlachtung
erteilt  ist,  oder  deren  Beauftragten  vorgenommen  werden.  Die  Ortsobrigkeiten
bezw.  die  Kommissare  haben  dem  zuständigen  Fleischbeschauer  die  Zahl  der  für
jeden  Betrieb  zugelassenen  Schlachtungen  mitzuteilen.  Die  Fleischbeschauer  haben
die  Lebendschau  an  Schlachttieren,  die  von  nicht  Personen  oder  über
die  zugelassene  Höchstzahl  hinaus  geschlachtet  werden  abzulehnen  und  der
Ortsobrigkeit  bezw.  dem  Kommissar  Anzeige  zu  Die  Ortsobrigkeit
bezw.  der  Kommissar  hat  die  Tiere  vorläufig  zu  und  der  Kreisbehörde
  für  Volksernährung  zur  Verwertung  für  Besitzers  zu  überweisen.


Fleisch  von  Schlachttieren,  die  von  unberechtigten  Personen  oder  über  die
zulässige  Höchstzahl  hinaus  geschlachtet  sind,  ist  nach  Bestimmung  der  Kreisbehörde
  für  Volksernährung  zugunsten  der  Gemeinde  oder  des  Kommunalverbandes
  des  Schlachtortes  einzuziehen;  ein  Entgelt  ist  hierfür  nicht  zu  bezahlen.

III.  Hausschlachtungen.
Für  Schlachtungen,  die  ausschließlich  für  den  eigenen  Wirtschaftsbedarf  des
Viehhalters  erfolgen  (Hausschlachtungen),  gelten  folgende  Vorschriften:
1.  Die  zur  Schlachtung  gelangenden  Tiere  müssen  vom  Besitzer  mindestens
  sechs  Wochen  in  seiner  Wirtschaft  gehalten  sein.