Uberbleibsel des halben Bechers zu betrachten sein. Selbstverständlich ist, daß die Kartusche des Schildes und das
auf dieselbe als Derzierung gesetzte Engelsköpfchen mit dem Wappenbilde nichts zu schaffen haben. — Das sub 4
beschriebene Siegel mit dem kleinen Wappen des Meecklenburgischen Fürstenhauses ist zu einer Seit entstanden und
vielleicht auch benutzt, als Strelitz Residenz der Herzöge von MWecklenburg-Strelitz ((70—1750 war und ist aus
diesem Grunde das Bild desselben erklärlich.
Swei auf Blech gemalte Stadtwappen aus dem letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts, von denen sch
das eine in Neubrandenburg, das andere in Strelitz befindet, haben im gespaltenen Schilde rechts einen goldenen
Becher in roth, links in stark vergilbtem silbernen Felde zwei rothe Fähnlein;!) auf dem Schilde steht ein Spangenhelmmit
zwei Hörnern von roth und gold übereck getheilt, zwischen denselben ein achtstrahliger goldener Stern und über
diesem Mleinod eine offene Blattkrone. Die Helmdecken sind mit den neueren Landesfarben blau, gold, roth tingirt.)
Dieser willkürlich erfundene Helmschmuck verdient keine Berücksichtigung. Das Schildzeichen mußte auf seine der
geschichtlichen Zedeutung entsprechende Form zurückgeführt werden; die Darstellung des Wappens in den gegenwärkigen
Siegeln der Stadt ist nichts weiter, wie eine Derunstaltung des ursprünglichen Bildes.
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8. Wesenberg.
(Berrschaft Stargard.)
Wappen.
In silber ein grüner Berg, auf welchem drei rothe Thürme — ein Spitzthurm, flankirt
von zwei gezinnten Hlattthürmen — stehen; auf letzteren zwei einander zugekehrte, hervorbrechende
rothe Adler (Adlerköpfe).
Siegel.
1. O Dm: Snm. Auf einem Berge stehen drei Thürme, der mittlere rund mit spitzem, durch ein Kreuz
gegipfelten Dach, die beiden äußeren eckig mit je einer durch Streben gestützten Mauerplatte von drei Sinnen;
auf letzteren je ein nach einwärts schauender Adlerkopf. Umschrift
S· □-#HTKTTS DGd WGSGHBGRGG
Abdruck von 1554 im Schweriner Archiv.3)
. Sekret mit dem Bilde des vorigen; es kommt 1586 im Schweriner Archiv vor, hat jedoch seine Umschrift
bis auf einige Zuchstaben im Stadtnamen verloren.)
3. O Dm: 2Zomm. Auf einer Mauer drei Thürme, mit Adlerköpfen auf den Seitenthürmen; über dem Bilde
auf einem Schriftbande die Buchstaben 8 M B. Ende des 16. Jahrhunderts.
1 4 O Dm: 37mm, im Bilde dem Siegel ad 5 gleichend; über den Thürmen ebenfalls das Schriftband mit
den drei Buchstaben. Umschrift
. INSIGEL BVR STADT;: WESENBERG
17. Jahrhundert.
5. O Dm: Zimm, mit Bild und Schriftband wie ad 5; Umschrift — durch das Band getrennt —
SIEGEL D. STADT WESENBERG
1# 6. O Hapieroblate, in allen Stücken dem Siegel ad 5 gleichend.
1) Aus diesem Grunde sind als Farben des gerauteten Fürstenberger Grafenschildes im Thronsaal des Schweriner Schlosses
roth und silber gewählt worden (vid. Lisch, der Thronsaal des Großk. Zesidenzschlosses in Schwerin, Archiv für Landeskunde,
Jahrg. 1857). Bagmihl, Homm. Wappenbuch l. Taf. XLV giebt als Wappen der Grafen von Fürstenberg vier goldene Rauten
in roth (Helm zwei von gold und roth übereck getheilte, mit je vier Hfauenfedern besetzte Hörner). Ich halte diese Tinktur für
sachgemäßer, wie silber-roth, denn aller Wahrscheinlichkeit nach haben die Grafen für ihr neues Wappen die Farben des Stammwappens
beibehalten. — ) vid. auch M. u. M. 2, S. 17. — 5) M. u. M. 2, 20 62. — y) vid. M. u. M. 2, S. 45.