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liche Obedienz, und sobald auch noch diese feierliche Obedienz
geleistet war, so entsiand in Rom ein allgemeiner Jubel, die
Glocken wurden geläutet, Processsonen gehalten, große Messen
gefeiert, die Straßen erleuchret, es schien ein Tag des vollständigsten
Römischen Triumphes zu seyn 9).
Solch ein Tag war's auch für Rom, wir Deutsche waren
verrathen und verkauft. Wir wollen es dem sterbenden
Pabste nicht arg deuten, daß er an eben dem Tage, Da er
die Frankfurter Punctation annahm, die ohnedieß schon den
alten standhafteren Maßregeln des vorhergehenden Chur-Vereius
gar nicht entsprach, an eben dem Tage, da er bloß deszwegen
Obedienz der Deutschen Legation erhielt, weil er die Frankfurter
Artikel wirklich angenommen, daß er an eben dem Tage
eine Bulle insgeheim ausstellte, die Annahme der Frankfurter
Artikel könne seinen Rechten nicht nachtheilig seyn, ein kranker
Pabst könne nicht alles überlegen 75).- Wir wollen ihm
nicht arg deuten, daß er selbst auch in seiner Art der Annahme
der Frankfurter Artikel, in den Bullen, die er deßhalb
ausstellte, so schlaue Wendungen nahm, das wenige Recht,
das uns blieb, so arglistig hinwegdrehte, daß alles nach Wunsch
erfuͤllt worden zu seyn schien, und keiner der Hauptpunkte redlich
erfuͤllt war, auf die man schon länger als acht Jahre
lang arbeitete. Aber wir waren doch verrathen und verkauft!
Vier Bullen hatte der Pabst ausgestellt, vier eigene Urkunden,
als ob der Dinge so viele wären, die er gnadevoll
den Deutschen eingeräumt habe ? 50). Man hatte die Restitution
der Erzbischöfe von Cöln und von Trier gefordert, die
Bitte war klar, die Einwilligung mußte eben so klar seyn,
hier half kein Winkelzug, die päbsiliche Bulle versprach auch
*) Gobelinns et HRaynaldis Annales ad h. u.
**) Müller Reichstags-Theater unter Friedr. V. S. 352.
*7K Concord. nat. germ. integra T. I. p. 135 cic.