— 11 —
kontribuieren wie die Dörfer, der Adel 10 Prozent und darunter,
die Klöster 50. Die Handwerker vom platten Lande sollen in die
Städte ziehen. Auch sollten genaue Ermittelungen über Ernteergebnisse
aufgestellt werden. Schließlich ermunterte der König
Roden zu besonderem Eifer mit den Worten: „Ich weiß, daß Er
auf dem Generaldirektorio der fleißigste ist, sei Er mir auch in
Preußen fleißig und reite Er brav herum, so wird Er mager werden
und gesund wieder nach Hause kommen.“
Am 4. Juni langte Friedrich in Marienwerder an. Schon am
folgenden Tage überreichte Roden die befohlene Instruktion. Jetzt
ernannte der König Domhardt zum Ober-Präsidenten der vier
preußischen Kammern und stellte einen Präsidenten und einen Direktor
für die neue Kammer an. Gleichzeitig ergingen Anordnungen
wegen der Besitzergreifung und Huldigung des Landes. Der
Generalleutnant v. Stutterheim und Domhardt wurden ausersehen,
die Besitzergreifung vorzunehmen. Die Instruktion, welche sie
empfingen, schrieb vor, in welche Städte die Truppen einrücken
und wo die Grenzpfähle und Tafeln gesetzt werden sollten. In
bezug auf den Huldigungseid wurden beide Männer angewiesen,
darauf zu sehen, daß auch die katholischen Geistlichen nicht unterließen,
mitzuschwören. Jedoch bevor es dazu kam, sollte Domhardt
eine Handlung begehen, welche die unparteiische Geschichte nicht
verschweigen darf. Es hieß nämlich in der Instruktion: „Der
Kammerpräsident wird zuvor die Wojwoden und Starosten aufreden
lassen, daß sie unter dem Vorwande, die Republik habe nicht
in die Landesabtretung gewilligt, entweder sich von selbst gleich
fern halten, oder doch Schwierigkeiten machen, sich zu unterwerfen
und den Huldigungseid zu leisten, da denn ihre Wojwodschaften gleich
in Beschlag genommen und mit Administratoren besetzt werden. Hiebei
wird der Graf Kaiserling die besten Dienste tun können, wenn
er der erste ist, welcher beides verweigert. Ich werde mich dem
wird. 1) und hier möge gleich u eine andere nicht; zu billigende
Vorschrift angereiht werden. Als der König die Rechnung für den
Vorspann verlangte, welcher ihm während seiner preußischen Reise
geleistet worden war, da befahl er Domhardt, von den im pol-1)
Er bekam vom November 1772 an monatlich 500 Thaler.