510 Berufsgenossenschaftliche Unfallverhütungsvorschriften.
8 116. Während des Betriebs ist das Berschliehen der
Kesselräume und das vollständige Abschließen des Führerstandes
auf Lokomotiven verboten.
8 117. Das Anlassen und Abstellen der Kraftmaschinen
muß durch ein hörbares, bestimmtes Zeichen angehündigt werden.
Bei unübersichtlichen Anlagen (Drahtseilbahnen usw.) muß
vor dem Ingangsetzen des Wotors zurüchgemeldet worden sein,
daß alles in Ordnung ist.
8 118. Das Auf= und Ablegen der Riemen ohne Riemenaufleger
bei in Bewegung befindlichen Transmissionen — mit
Ausnahme der Stufenscheiben bei Werkzeugmaschinen — ist
verboten.
Die bei Motoren und Transmissionen beschäftigten Personen
haben anschließende Kleidung zu tragen.
D. Strafbestimmungen.
8 119. Zuwiderhandlungen gegen die Unfallverhütungsvorschriften
können folgende Strafen nach sich ziehen:
a) Genossenschaftsmitglieder können mit Geldstrafen
bis zu eintausend Mark belegt oder mit ihren Betrieben in
eine höhere Gefahrenklasse eingeschätzt oder, falls sich dieselben
berelts in der höchsten Gefahrenklasse befinden, mit Zuschlägen
bis zum doppelten Betrage der Beiträge belegt werden. G 112
Abs. 1 Ziffer 1 und § 116 des Gewerbe-Unfallversicherungsgesetzes
in Verbindung mit § 40 des Bau-Unfallversicherungsgesebes
vom 30. Juni 1900.)
b) Die Unternehmer von Bauarbeiten, welche nicht Mitglieder
der Berufsgenossenschaft sind, aber in deren Bezirk
Bauarbeiten ausführen — sog. Regiebauunternehmer — (ogl.
8 14), können mit Zuschlägen bis zum doppelten Betrage ihrer
Prämien, Unternehmer solcher Bauarbeiten von nicht mehr als
sechstägiger Dauer mit einer Geldstrafe bis zu einhundert Mark
belegt werden. (Z 40 Ziffer 1 Abs. 2 des Bau-Unfallversicherungsgesetzes.)
c) Versicherte Personen (Aufseher und Arbeiter) können
vom Vorstande der Betriebs-(Bau-) Krankenkasse oder, wenn
eine solche für den Betrieb nicht errlchtet ist, von der Ortspolizeibehörde
mit Geldstrafen bis zu sechs Mark belegt werden,
welche der betreffenden Krankenkasse oder, wenn die zu bestrafende
Person keiner Krankenkasse angehört, der Kasse der
sicherung des Seschüfiicuungrert, zufllehen.
E 112 Abs. 1 Ziffer 2 und §8§ 116 sowie 154 Abs. 1 des Gewerbe-Unfallversicherungsgesetzes
und § 40 des Bau-Unfallversicherungsgesetzes.)
Die vorstehenden Unfallverhütungsvorschriften (A, B, C)
und die Strafbestimmungen (b) treten an die Stelle dersenigen
vom 23. Juli 4. Dezember 1889.