Blätter
für
Rechtsanwendung
zunächst in Bayern.
Nr. 3. Samstag, den 5. Febr. 1842.
Zur Lehre vom Gleinzehent, nach bayerischem
Rechte.
G. F. Puchta bemerkt in seinem Werke über
Gewohnheitsrecht Bd. II. S. 114 ff.: „Nicht blos
die Uebung eines Rechtssatzes wird mit dem
Ausdruck consuctudo bezeichnet, sondern auch die
dauernde Ausübung eines Rechts (im subjektiven
Sinn), namentlich wenn diese Ausübung
aus einzelnen Akten bestrht . . . . So kommt
dieser Ausdruck in unsern Quellen vor für die
dauernde Ausübung vornämlich von Servituten:
dui diu usus est servitute nequc vi neque
precario nequc clam, habuissc longacon-Suctudinc
velut jure impositam servitutem
1) — longi temporis consuctuldinem
vicoem servitutis obtinerc:) — consuetudo
in lapidicinis :) — und auch in un-„sern
Gerichten wird die lange Ausübung eines
Rechts nicht selten mit dem Ausdruck „Herkommen
oder Observanz bezeichnet.“ — „Indem
aber unsre Quelten für den Beweis eines Rechts
die Berufung auf die c1onsuctudo dessel-1)
Fr. 1, S. ulk. de adua pluv. arc.
2) C. 1 do serrik.
5) Fr. 13, 5. 1 commun. praed.