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nutzte den Zwiespalt, in den Heinrich mit
den Sachsen geriet, dazu, um die Gewalt,
welche die höhere Geistlichkeit durch das
Königtum im Reich erlangt hatte, von diesem
unabhängig zu machen. Nachdem
schon Papst Nikolaus II. 1059 die Papstwahl
den Kardinälen vorbehalten hatte,
verbot Gregor VII. (1073—85) die Simenie,
d. h. die Vergebung geistlicher
Amter um Geld, die Investitur, d. h.
die Belehnung der Bischöfe mit Ring und
Stab, den Zeichen ihrer Herrschaft, durch
den König, und löste durch umfassende Einführung
der Ehelosigkeit (Cölibat) die
Geistlichkeit vom Laienstand los. Durch
die Unterstützung der deutschen Fürsten,
welche bei der Schwächung der königlichen
Macht zu gewinnen hofften, fiel dem Papst
nähst ein leichter Sieg zu. Heinrich IV.
emütigte sich 1077 zu Canossa vor dem
Papst, führte dann aber, als diese Buße
wider Erwarten fruchtlos war, bis an sein
Lebensende den Kampf gegen die päpstliche
Partei in Italien und Deutschland
mit Erbitterung fort. Wie Gregor VII.
und seine Nachfolger die deutschen Fürsten
ur Wahl von Gegenkönigen bestimmten,
6. setzte Heinrich IV. Gegenpäpste ein.
Während des Kampfes fand er bei den
deutschen Städten Unterstützung und förderte
sie demgemäß in ihrem Streben nach
Unabbängigkeit. Erst sein Sohn Heinrich
V. (1106—25, s. d.) beendete 1122
den Investiturstreit durch das Wormser
Konkordat, in welchem beide Teile
einige ihrer Forderungen fallen ließen.
Mit ihm erlosch 1125 das salische Kaiserhaus.
urch die Umtriebe der päpstlichen Partei
wurde Lothar, Herzog von Sachsen,
zum König (1125—37) gewählt, der
im Kampf gegen Friedrich und Konrad
von Hohenstaufen, welche die Wahl nicht
anerkennen wollten, sich auf das Geschlecht
der Welfen stützte. Er gewann nämlich
das Haupt derselben, Herzag Heinrich den
Stolzen, für sich, indem er ihn mit seiner
Tochter und Erbin vermählte. Indem
Lothar 1134 Albrecht dem Bären, Grafen
von Askanien, die Nordmark verlieh, hat
er die Bildung eines mächtigen Fürstentums
im nordöstlichen Deutschland ge-Deutsches
Reich (Salier und Hohenstaufen 2c.).
fördert. Nach seinem Tod (1137) entbrannte
der Kampf zwischen Welfen und
Hohenstaufen. Gerade weil Heinrich
der Stolze der mächtigst unter den deutschen
Fürsten war und das meiste Anrecht
an den Thron zu haben glaubte, wählten
die Fürsten seinen Gegner Konrad, Herm:
Franken.
it Konrad III. (1138—52) bestieg
das Geschlecht der Hohenstaufen
(1138—1254) den deutschen Thron. Er
suchte die Macht der Welfen 1142 durch
Entziehung des Herzogtums Bayern zu
schwächen und ließ dem jungen Heinrich
dem Löwen nur das
sen. Statt nun die Oberherrschaft über
die benachbarten Reiche wiederherzustellen,
wie sie 100 Jahre vorher Heinrich
III. ausgeübt, hat sich Konrad gar
nicht um die Kaiserkrönung bemüht. Der
weite Kreuzzug, den er, zuerst von den
eutschen Königen, 1147 unternahm, endete
unglücklich. Konrads Neffe Friedrich
I., Barbarossa (1152—90), gab
Heinrich dem Löwen Bayern 1156 wieder
underhob zugleich Osterreich zu einem Herogtum.
Während Heinrich der Löwe und
arkgraf Albrecht von Brandenburg ihre
Herrschaft und zugleich das Christentum
im Slawenland von der Spree bis zur
Ostsee ausbreiteten, suchte Friedrich auf
mehreren Römerzügen seine kaiserlichen
Rechte über die lombardischen Städte zur
Geltung zu bringen, geriet aber zugleich
in Kan# mit dem Papst Alexander III.,
den der Aufschwung, welchen die kais erliche
Macht unter Friedrich I. nahm, zur Politik
Gregors VII. zurückführte. Friedrich
unterlag, weil ihn der mächtigste deutsche
ürst, Heinrich der Löwe, im Stiche ließ,
176 bei Legnano und mußte in den Friedensschlüssen
zu Venedig (1177) und Kon-1183)
die angemaßten Rechte der
saostum Sachr
sanz (
lombardischen Städte anerkennen. Heinrich
der Löwe verlor seine Reichslehen, und
nur seine Eigengüter, aus denen später
die Lande Bräunschweig (s. d.) und Lüneburg
entstanden sind, verblieben ihm und
seinem Geschlecht. Bayern kam an das
Haus Wittelsbach, von Sachsen fiel der
westliche Teil als Herzogtum Westfalen
an den Erzbischof von Köln, der kleinere