Vorwort.
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Dem 25. Jahrestag der Errichtung des deutschen Reiches am
18. Januar folgt am 21. März der 25. Jahrestag der ersten
Sitzung des deutschen Reichstags. Wir find im Reichstag nur
noch Elf, welche ohne Unterbrechung dem Reichstage während dieses
Vierteljahrhunderts angehört haben.
Die freundliche Aufnahme des ersten Bandes meiner Erinnerungen
„Aus dem alten Reichstag“ hat mich ermuntert, alsbald
eine Fortsetzung folgen zu lassen, welche die Zeit von den
Neuwahlen im Januar 1877 bis zu den Neuwahlen im November
1881 umfaßt. .
Sonach erörtern beide Bände zusammengenommen die ersten
101⅛ Jahre des deutschen Reichstags und seine vier ersten Legislaturperioden.
Die in diesem zweiten Band geschilderte Zeit ist die parlamentarisch
ereignisvollsfte. In dieselbe fallen die ersten Pläne des
Fürsten Bismarck zur Umgestaltung des Zoll= und Steuerwesens,
seine Verhandlungen mit den Nationalliberalen über die Beteiligung
an der Regierung, die Auflösung des Reichstags und die
Kämpfe über das Sozialistengesetz, die Umgestaltung des Zolltarifs,
die ersten Pläne der Reichsversicherungsgesetzgebung und die
heftigen Kämpfe vor und bei den Neuwahlen von 1881 mit ihren
Erfolgen für den entschiedenen Liberalismus.
Mehr noch als bei Abfassung des ersten Bandes ist mir bei
den Schilderungen aus dieser Zeit vor Augen getreten, wie überaus
einseitig und kritiklos, einzig und allein auf die Verherrlichung
des Fürsten Bismarck zugeschnitten, alle bisher erschienenen Darstellungen
der parlamentarischen Kämpfe aus dieser Zeit sind. Es
wird deshalb hohe Zeit, daß aus den Kreisen der Mitlebenden
solcher planmäßigen Geschichtsfälschung durch dienstbare Federn
entgegengetreten wird, bei der Fürst Bismarck stets nur als un-