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Februar 8. ich Deroselben in solcher Irer not, wie gern ich auch wolte, nit
kan hülflich erscheinen. Die ursachen aber, warumben es nicht
sein kan, haben E. L. aus vorigen meinen unterschidlichen schreiben
und warnungen verstanden! und mögen mir Dieselben glauben,
dass ime im grund der warhait also und sich diser zeit gar kaine
media an die hand geben, E. IL. begern statt zu thuen; dann in
der oberlendischen bundscassa [die mittl nit]? verhanden und sein
nicht allain die 42 monatliche contributionen sonder auch die extra-
ordinarianlag der 10 monaten, sovil daran erlegt worden, allerdings
aufgangen und bleibt man noch daruber 200 000 fl, [so man auf
verzinsung aufgenommen], schuldig, ist auch diser zeit auf ain
neue contribution kain rechnung zu machen. So hat sich der. span-
ische ambasciator unlangst rund gegen mir erclert, dass er uber die
bewilligte und alberait erlegte 2 monat kainen weitern bevelch,
auch verrer nichts werde hergeben. Nachdem auch gleich ietz der
bäpstliche nuncius von Prag‘ hierdurch nach Rom verraisst, hab
ich nit unterlassen, ime den ubeln stand des erzstifts Cölln und in
specie, in was beschwerlichen terminis E. L. sich der zeit befinden,
umbstendig und ausfierlich zu gemiet zu fiern und umb hülf an-
zuesuechen. Er hat mir aber mit vilfeltiger extenuation des bapstes
einkommen nit allain für ietz alles gewaigert und abgeschlagen
sondern auch inskonftig schlechte und ubergeringe hoffnung ge-
macht oder machen wöllen, dass es also diss orts auch vergeblich.
[Obwohl ich auch für mein person E. L. Ihrem begehrn nach diss-
fals nicht hülfloes zu lassen nit ungewillt, so ist doch Derselben
guten theils unverborgen, was ich bisshero unter wernden disen leufen
für merkliche grosse aussgaben ob mir ghabt, was für merkliche
uncosten auch das passausche volk verursacht, wie ich dan noch
immerzue bei so beschaffnem gefehrlichem wesen auf die versicher-
-
! Zwischen dem Koadjutor und dessen Bruder, dem Herzog von Baiern, hatte
sich wegen des Unterhalts des zum Schutz der kölnischen Stiftelande angenom-
menen Kriegsvolks und wegen der Abdaukung des rietbergschen Regiments, das
die rheinischen Bundesstände zu schützen gehabt hatte, eine sehr lebhafte
Korrespondenz entsponnen. Der Herzog, der im katholischen Bunde zunächst
die Interessen der oberländischen Bundesstände vertrat, hatte den Koadjutor
sowol wie den Grafen mit ihren Ansprüchen an die Kasse der rheinischen
Bundesstände gewiesen (Herzog an den Koadjutor am 14. Januar; Ma.,
322/10, f.8; Kptkopie), in die aber nur Kurmainz und Worms ihre Quoten
eingezahlt hatten (Kurmainz an den Koadjutor am 1. Februar; Wmz., Reli-
gionsakten, Bd. 11, no. 142; Kpt.; vgl. oben no. 4, 8. 9), die zur Be-
friedigung Rietbergs nicht ausreichten. So kam der Koadjutor immer wieder
auf die Bitte um Beihilfe aus der oberländischen Kasse zurück. Vgl. die
Wittelebacher Briefe, mitgeteilt von Felix Stieve, VIII., no. 430 ff.
3 Zusatz des Herzogs.
® Vom Herzog im Kpt. getilgt.
* Antonio Caötano, Erzbischof zu Capua, der Ende 1610 von Prag
abberufen worden war.