8 Juni.
in Folge der auf den 1. Juni angeordneten Recrutenaushebung in den nea-
politanischen Provinzen.
21. Mai. Trotz aller Anstrengungen der päpstlichen Polizei hat eine Adresse an den
Kaiser der Franzosen und an den König Victor Emanuel um Vereini-
gung mit dem Königreiche Italien in Rom doch fast 10,000 Unterschriften
erhalten.
24.5. Der Polizeipräsident von Berlin, Freiherr v. Zedlitz, wird, dem Drange der
öffentlichen Meinung nachgebend, beurlaubt.
25.5. Spaltung zwischen den französischen Freimauern wegen der Wahl des Prinzen
Napoleon statt des Prinzen Murat zum Großmeister. Die Polizei schließt
die Loge und verschiebt die Wahl bis zum Oklober.
30.5. Eine mit vielen Unterschriften aus den vornehmen Ständen und aus der
Beamtenwelt versehene Adresse Roms bittet den Papst, sich den Wünschen
Italiens nicht länger entgegen zu stellen.
31.5. Das preußische Abgeordnetenhaus bewilligt den Militäretat und zwar
4,130,025 Thlr. als Extraordinarium, nach dem Amendement Kühnes mit
206 gegen 98 Stimmen.
1. Juni. Preußische Militärconvention mit Sachsen-Coburg-Gotha.
4.6. Der große Rath des Kantons St. Gallen beschließt mit 99 gegen 47 Stim-
men die Verfassung zu revidiren, um dem langjährigen Parteikampfe ein
Ende zu machen, und zwar nach dem Programm der liberalen Partei.
5.6. Der österreichische Staatsminister Schmerling erklärt dem Reichsrath, die
Regierung betrachte ihn blos als den engern.
5.6. Der Großherzog von Baden läßt der evangelischen Generalsynode den
Entwurf einer Kirchenverfassung auf durchaus liberaler Grundlage vorlegen.
6.6. Graf Cavour +.
9.6. Die Repräsentanten der Großmächte in Konstantinopel einigen sich mit der
Pforte über ein Reglement für die zukünftige Verwaltung des Libanon. Die
Franzosen räumen Syrien.
9.6. Programm der deutschen Fortschrittspartei in Preußen.
9.6. Neutralitätserklärung Frankreichs in den nordamerikanischen Wirren.
10.6. In Folge der Adresse an den Papst erhalten 13 der vornehmsten Familien
Roms, worunter der Fürst von Piombino und 6 andere Principi Zwangs-
pässe ins Ausland.
10.6. Frankreich protestirt offiziell gegen das Gerücht von Annexionsabsichten auf
Sardinien.
11.6. Baron Ricasoli tritt als Ministerpräsident und Minister des Auswärtigen
an die Stelle Cavours.
12.6. Das ungarische Unterhaus beschließt eine Adresse an den Kaiser nach dem
Antrage Deaks, ändert dagegen den Schlußsatz nach dem Antrag der Be-
schlußpartei. Das Oberhaus macht die Adresse ohne Widerspruch zu der seinigen.
15.6. Frankreich anerkennt das Königreich Italien.
17.6. Decret des Kaisers von Rußland, betr. die Einsetzung eines Staatsraths für Polen.
10.6. Der österreichische Staatsminister Schmerling erklärt im Reichsrathe, daß