Volltext : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1819. (14)

entweder  im  Ganzen  oder  theilweise  auf  höchste  Ratifkation  verkauft  werden.  Die  angenehme  kage

desselben  und  die  schöne  Einrichtung  empfiehlt  diese  Gebäude  zu  jedem  Gebrauch,  besonders  aber  würden
h  sich  zu  einer  Fabrik  vorzüglich  eignen.  Alle  diese  Gebäude  stehen  in  der  Vorstadt  gegen  Neckarsulm,
ind  mafiv  grbgnt  und  stehen  auf  allen  Seiten  frei.  Sie  bestehen:  1)  das  Haupt-Gebãude  ist  147  Schuh
lang  und  51  Schuh  breit,  und  hat  gegen  der  Stadt  einen  Balkon,  hat  außer  dem  Parterre  noch  Stockwerk,
  und  enthält,  neben  zweien  gut  gewölbten  Kellern,  Zo  beitzbare  Zummer,  wovon  viele  tapezirt  sind,
3  Säle,  15  nicht  heitzbare  Piecen  und  einen  großen  Boden.  2)  Der  vormalige  Capaliers-Bau,  hinter
diesem  Palals,  an  der  Straße  nach  Weinsperg,  ist  v0  Schuh  lang  und  #0  Schuh  breit,  solid  von  Stein
mit  Mansarden-Dach,  und  hat  außer  dem  Parter  noch  zwei  Stockwerke.  Dieser  Bau  enthält  2  Keller,
  ro  heigbare  theils  tapezirte,  theils  gemahl#e  Zimmer,  3  Kamneirn,  „  Kuche,  :  Waschküche
Whhstall  und  einen  Boden.  3)  Der  Ofccen-Bau,  an  welchem  die  Länge  und  Breite  und  Stockwerk
wie  bei  dem  Cavaliers-Bau  ist,  ist  ebenfalls  ganz  massiv,  stehr  hinter  dem  Palais  an  der  Allce
gegen  der  Stadt,  und  enthält:  parterre  3  große  gewolbte  Küchen  mit  Backofen  und  eine  Backkammer,
auch  ein  kleines  Gewölbe  unter  der  Stiege;  in  den  Stockwerken,  8  heitzbare  und  3  nicht  heitzbare  Zimmer,
  1  Küchen  und  :  Dachboden.  )  Der  Stall  und  Remisen-Bau  hinter  dem  Officen-Bau,  ist  150  Schuh
lang  und  28  Schuh  breit  und  ha'  ein  Pulrdach.  Er  enthält  einen  Pferdestall  mit  16  Sränden,  eine
Remise  zu  5  Wägen,  einen  Pfewestall  zu  8  Ständen,  eine  heitzbare  Stall-Stube  und  einen  großen
Furterboden.  5)  Hof;  hinter  dim  Palais  ist  ein  #ote-  Hof  mit  einem  Pumpbronnen.  6)  Gärten;
vor  dem  Palais  ist  eine  Anlage  von  circa  2  1/  Prt.und  hinter  demselben  ein  Garten  von  3  Prt.
im  Meß;  daß  Ganze  umschließt  eine  solide  Mauer  und  hat  eiserne  Stacheren-Thore.  Am  Kaufsschilling
oll  (el  baar  bezahlt  werden  die  übrigen  à/Stel  aber  in  vier  verzinslichen  Jahrszielern.  Vor  der
steigerung  kann  jeder  Liebhber  täglich  Einsicht  nehmen.  Den  20.  März  1819.  ·
Königl.  Kameralamt.

 

Backnang.  Frledrich  Klett,  lediger  Maurersgesell,  von  der  Athürte,  hat  sich  mit  seinen  bereits
verhafteten  Brüderr,  einer  sehr  gefährlichen  Mißhandlung  an  einem  Holstaiente  1ai  gemacht,  und
sodann  mit  einem  Wanderbuch  vom  unterzeichneten  Oberamt  ausgestellt,  die  Flucht  ergrissen.  Alle
Obrigkeiren  werdn  daher  geziemend  ersucht,  auf  denselben  fahnden,  und  ihn  im  Betretungsfalle  wohlverwahrt
  an  des  Konigl.  Hberame  Lorch  einliefern  zu  lassen.  Signalemen::  derfelbe  ist  20  ½
Fahre  alt,  kleiter  Statur,  hat  ein  blatternarbigtes  Gesicht,  schwarze  Haare,  dergl.  Augbraunen,  und  ist
bekleidet  mir  reinenen  langen  Hosen,  deszleichen  Wamms  und  Stieseln,  trägt  auch  einen  himmelblauen
  Spenzr  mit  weißen  Schnuren.  Den  30.  Jan.  1610.  Königl.  Oberamt.

Marbech.  Dem  Unterpfleger  Kämpf,  von  Mundelsheim,  ist  am  2.  dieses  auf  dem  Steinheimer
Viehmarkt  ine  lederne  Geld-Gurte,  welche  er  um  den  Keib  trug,  mit  5  fl.  Geld  in  verschiedenen
Geldsorten  uiwendet  worden.  Der  Verdacht  dieses  Diebstahls  füllt  auf  den  hienach  signalisirten  Juden,
welcher  deshalb  und  weil  er  sich  nicht  gehörig  ausweisen  konnte,  verhaftet  worden,  auf  dem  Transport
  in  de  Oberamts-Stadt  aber  den  ihm  Ur-gegebenen  zwei  bürgerlichen  Kondukteurs  auf  eine  listige
Weise  enavichen  ist.  Die  Konigl.  Justiz=  und  Polizei-Stellen  werden  daher  ersuchr,  auf  den  Flüchtling
  zu  fahnden,  und  ihn  im  Betretungsfalle  wohlverwahrt  an  die  unterzeichnete  Srtelle  abliefern  zu
lassen.  Derselbe  trieb  sich  auf  dem  Steinheimer  Markte  mit  5  bis  6  anderen  unbekannten  Juden
berum,  welche  aber  nach  begangenem  Diebstahl  nicht  mehr  sichtbar  waren,  gab  sich  für  den  Juden
Dwid  Abraham,  von  Hechingen,  aus,  ist  ungefähr  6““  sroß,  21  Jahre  alt,  von  schlanker  und  robuster
  Stutur,  hat  ein  längiicht  bleiches  Angesicht,  eine  enas  gebogene  Nase  und  blonde  Haare,
und  war  mit  einem  Hut,  kerzen  grautüchenen  Ueberrock,  blau  tuchenen  langen  Hosen  und  Stiesel
bekleidet.  Den  6.  Febr.  1810.  Kenigl.  Oberamr.