Full text : Sachsen-Chronik Erste Serie. (1)

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wegen  vorfallenden  Ehren  und  Freudenfesten  wir  seiner  Dienste  allhier
vielleicht  bedürftig  sein  werden,  uns  jebisweilen  folgen  zu  lassen  wohl
geneigt  sein.  Welches  E.  L.  neben  Empfehlung  göttlicher  Allmacht
wir  nit  unangemeldet  lassen  wollen,  Und  seindt  Deroselben  alle  angenehme
  mögliche  Dienste  zu  erweisen  jederzeit  bereitwillig.  Datum  in
unser  Stadt  und  Festung  Cassel  am  28.  Aug.  Anno  1615.  Moritz  2c.

Hierauf  meldete  der  Kurfürst  am  30.  September  die  Ankunft
Schütz's  in  seinem  Hoflager  in  einem  gleichfalls  sehr  verbindlichen
Schreiben  von  Dresden  aus,  wohin  der  Kurfürst  ebenfalls  erst
zurückgekehrt  war:

Unsern  freundlichen  Dienst  2c.  Uns  ist  von  E.  L.  Hoforganisten,
Heinrich  Schützen  zu  unser  jetzigen  Ankunft  in  unserm  gewöhnlichen
  Hoflager  Dero  Schreiben,  darinn  Sie  unsers  und  der  Unsern
Zustandes  Bericht  zu  sein  begehren  und  dabei  ihm  Schützen  recommandiren
  wohl  überliefert  worden.  Bedanken  uns  solcher  freundlichen
Nachfrag  und  wünschen  E.  L.  und  den  Ihrigen  ebenmäßig  von  dem
Allmechtigen  alle  gedeihliche  Wohlfahrt.  —  Daneben  gereicht  uns  von
E.  L.  zu  besondern  Danknehmen  und  Gefallen,  daß  Sie  uns  Ihren
Hoforganisten  ermelten  Hr.  Schützen  an  unsern  Hof  ein  paar  Jahre
zu  bleiben  verstatttet.  Da  wir  auch  umb  E.  L.  solches  hinwider  beschuldet
  werden  könnten,  wollen  wir  jeder  Zeit  erbötig  befunden  werden,
auch  uns  gegen  Heinr.  Schützen  in  Verspürung  seines  Fleißes  und
Wohlverhaltens  in  Gnaden  zu  bezeigen  wissen.  Welches  wir  E.  L.
in  Antwort  nicht  bergen  mögen  und  verbleiben  sonst  E.  L.  zu  freundlicher
  Diensterzeigung  ganz  wohl  geneigt.  Dresden  am  30.  Sept.
Anno  1615.

Doch  der  Landgraf  mochte  sich  die  Länge  des  für  Schütz  geebenen

  Urlaubs  nicht  so  recht  überlegt  haben;  denn  kaum  nach
Verlauf  der  zwei  Drittbeile  der  ertheilten  Frist,  bereits  im  December
  des  Jahres  1616  verlangte  er  ernstlich,  daß  Schütz  ihm
nun  zurückgegeben  werden  sollte,  da  er  dessen  Dienste  auch  besonders
„zur  Education  und  den  Exercitiis  der  jungen  Herrschaft
  bedürfe.“  Doch  da  der  Kurfürst  Johann  Georg  Etwas
über  den  Landgrafen  vermochte,  so  konnte  dieser  ein  neues  Urlaubsgesuch
  wiederholt  ihm  nicht  abschlagen  und  Schütz  blieb
abermals,  ohne  einmal  sich  in  Kassel  zu  zeigen,  in  Dresden.
Diese  abermalige  Prolongation  endete  sich  zwar  endlich  damit,  daß
der  Landgraf,  der  immermehr  eingesehen  hatte,  daß  der  Kurfürst
seinen  Schütz  zu  sehr  schon  an  sich  gezogen  hatte,  sich  seines  Rechts
auf  ihn  allmälig  ganz  begab;  aber  er  konnte  doch  nicht  jetzt  sogleich
  dahin  vermocht  werden.

Der  zwischen  dem  Landgrafen  und  Kurfürsten  von  dieser
Zeit  an  gepflegte  Briefwechsel  ist  aber  folgender:

Moritz  an  Johann  Georg.

Unser  freundlicher  Dienst  2c.  Wir  setzen  außer  allen  Zweiffel,

E.  L.  sich,  was  Sie  an  uns  unterm  dato  Langensalza  den  25.  April