Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1832. (23)

.  187.

194.

.  198.

211.

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Hat  der  Testator  den  Aufsatz  blos  unterschrieben,  so  ist  die  Mitunterschrift
auch  nur  Eines  Zeugen  hinreichend,  sobald  das  Testament  im  Lager  vor
dem  Feinde,  oder  in  einer  wirklich  belagerten  Festung  errichtet  worden.
Dieser  Zeuge  muß  die  Eigenschaften  eines  glaubwürdigen  Testamentszeugen
  haben,  und  es  ist  genug,  wenn  derselbe  seine  Unterschrift  anerkennt,
  auch,  daß  ihm  der  Aufsatz  von  dem  Tesiator  selbst  zur  Unterzeichnung
  vorgelegt  worden,  eidlich  erhärtet.

Ist  der  Zeuge  nicht  mehr  vorhanden,  oder  sonst  seine  Hand  anzuerkennen
nicht  mehr  fähig,  so  muß  die  Richtigkeit,  sowohl  seiner,  als  der  Unterschrift
  des  Testakors,  durch  das  Anerkenntniß  der  gesetzlichen  Erben,  oder
auf  andere  Art  ausgemittelt  werden.

Außer  diesen  Umstaͤnden  (H.  192.  193.  dem  Falle  eines  waͤhrend  des
Treffens,  Sturmes  oder  Gefechtes  zu  errichtenden  Testaments)  ist  ein
mundliches  militairisches  Testament  oder  Kodizill  nur  alsdann  güliig,
wenn  es  vor  einem  der  dem  Testator  vorgesetzten  Offizier,  oder  vor  dem
Auditeur,  in  Gegenwart  Zweier  Zeugen,  errichter,  ein  schriftlicher  Vermerk
  darüber  aufgenommen,  und  dieser  Vermerk  von  dem  Offizier  oder
Auditeur  und  den  Zeugen  unterschrieben  worden.

Das  Privilegium,  militairisch  zu  testiren,  wird  auch  auf  Personen  des
Civilstandes  ausgedehnt,  in  sofern  sie,  l  ansteckender  Krankheiten
voeer  Hirgsgefahr,  sich  des  richterlichen  Amts  zu  bedienen  verhindert
werden.

Dies  Privilegium  nimmt  von  der  Zeit  seinen  Anfang,  da  der  Ort,  oder
die  Gegend,  wegen  der  ausgebrochenen  Krankheiten  gesperrt,  oder  wegen
der  obwaltenden  Kriegsgefahr  die  Gerichte  des  Orts  geschlossen  worden.
Die  Stelle  des  Richters  oder  Offiziers  kann  solchen  Falls  eine  einzelne
auch  nicht  deputirte  Gerichtsperson,  imgleichen  der  Prediger  oder  Kaplan,
oder  der  Arzt  des  Orts,  wo  der  Testator  sich  befindek,  oder  auch  ein
Jusüz-Kommessarius  oder  Notarius  vertreten.

Dergleichen  Tesiamente  gelten  auf  Ein  Jahr  nach  wieder  aufgehobener
Sperre,  oder  nach  wiederhergestelltem  ordentlichen  Gange  der  gerichtlichen
  Geschäfte.

Außer  dem  Falle,  wo  wegen  ausgebrochener  ansieckender  Krankheiten  der
Staat  eine  Sperre  des  Orts  oder  der  Gegend  veranlaßt  hat,  kann  der
Umstand,  daß  der  Testator  selbst  mit  einer  solchen  Krankheit  befallen
gewesen,  die  Verabsäumung  der  gesetzlichen  Förmlichkeiten  nicht  entschuldigen.


Andere  (F.  240.  als  militairische.)  privilegirte  Testamente,  imgleichen
außergerichtliche  Dispositionen,  müssen  von  dem,  in  dessen  Händen  sie
sind,  Kolech  nach  dem  Ableben  des  Testators,  den  ordentlichen  Gerichten
desselben  zur  Publikation  eingeliefert  werden.