Haus Doorn. 77
Großen Kurfürsten und Friedrichs des Großen in seiner
Jugend. Auf dem Tisch in der Mitte des Saales steht
ein vergoldetes Reiterstandbild Friedrichs des Großen, das
schöne Werk des Franzosen Gérome. Hier wie in all den
anderen Räumen sehen wir auf Tischen und an Wänden
Ausstattungsgegenstände aus der Zeit der großen preußischen
Könige, bildgewebte Teppiche, Tische, Schränke, Gemälde,
porzellanene Zierkrüge, Marmorbilder, lauter Stücke, an
denen große Erinnerungen des Hohenzollernhauses haften, und
die rechtzeitig „vor den langen Fingern der Kroaten“ in
Sicherheit gebracht worden sind.
Um diese Empfangshalle reihen sich die übrigen Räume
des unteren Stockwerks: links die Kleiderablage, das Marschallzimmer,
in dem gefrühstückt wird, einige Wohnzimmer,
geradeaus der Speisesaal, mehrere Empfangszimmer, auf
der äußersten Rechten das Rauchzimmer, wo der Kaiser
abends mit seiner Umgebung und seinen Gästen einige Stunden
in vertrautem Gespräch zu verweilen pflegt. Im Oberstock
sind die Privatgemächer des Kaiserpaars.
Erste Begegnungen mit dem Kaiserpaar.
In diesem Haus, in das die Gedanken und vielfach die
Gebete von Millionen deutscher Männer und Frauen täglich
binübergehen, durfte ich auf Einladung des Kaiserpaars wiederbolt
als Gast weilen. Mein erster Besuch fand am Sylbesterabend
19285 statt. Unser Rheinland war gerade von einer
Uberschwemmung heimgesucht, wie man sie in dieser Ausdehnung
seit einem halben Jahrhundert nicht mehr erlebt hatte.
In Cöln fuhr man, als ich abreiste, mit Kähnen durch die