Full text : Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Stettin. 1917. (107)

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Verordnungen  und  Bekanntmachungen
höchster  und  höherer  Behörden.

125)  Bekanntmachung.

Die  im  Jahre  1917  in  Berlin  abzuhaltende
Prüfung  für  Direktoren  und  Direktorinnen
an  Taubstummenanstalten  wird  am  Montag,
den  17.  September  d.  Is.,  vormittags  9  Uhr,
beginnen.  Meldungen  zu  der  Prüfung  sind  an
den  Minister  der  geistlichen  und  Unterrichts-Angelegenheiten
  zu  richten  und  bis  zum  15.  April
d.  Is.  bei  demjenigen  Königlichen  Provinzialschulkollegium
  bzw.  bei  derjenigen  Königlichen  Regierung,
in  deren  Aufsichtsbezirk  der  Bewerber  im  Taubstummen=
  oder  Schuldienst  beschäftigt  ist,  unter  Einreichung
  der  im  §  5  der  Prüfungsordnung  vom
20.  Dezember  1911  (Zentralbl.  f.  d.  ges.  Unterr.-Verw.
i.  Preuß.  1912  S.  221  ff.)  bezeichneten  Schriftstücke
enzubringen.  Bewerber,  die  nicht  an  einer  preußischen
  Anstalt  tätig  sind,  können  ihre  Meldung
bei  Führung  des  Nachweises,  daß  solche  mit  Zustimmung
  ihrer  Vorgesetzten  bzw.
behörde  erfolgt,  unmittelbar  an  den  Minister  der
geistlichen  und  Unterrichts-Angelegenheiten  richten.

Berlin,  den  9.  Märr  1917.

Der  Minister
der  geistlichen  und  Unterrichts-Angelegenheiten.
In  Vertretung:
von  Chappuis.

anderer  Behörden.

126)  Bekanntmachung.

Auf  Grund  der  88  4  und  9b  des  Eesetzes
über  den  Belagerungszustand  vom  4.  Juni  1851
bestimme  ich  im  Interesse  der  öffentlichen  Sicherheit
  mit  Ausschluß  des  Festungsbereichs  Swinemünde:


1.  Wer  bei  Ausstellung  eines  Passes,  Paßersatzes,
  polizeilichen  Ausweises,  Personalausweises
  oder  Erlaubnisscheines  unwahre
Angaben  macht,

2.  wer  einen  gefälschten  oder  ihm  nicht  zustehenden
  Paß,  Paßersatz,  polizeilichen  Ausweis,
  Personalausweis  oder  Erlaubnisschein
  unbefugt  bei  sich  führt,

3.wer  seinen  Paß,  Paßersatz,  polizeilichen
Ausweis,  Personalausweis  oder  Erlaubnisschein
  einer  anderen  Person  überläßt
oder  sonst  mißbräuchlich  verwendet,

4.  wer  bei  der  Personenkontrolle  falsche  Angaben

  macht,
oder  wer  eine  der  vorstehend  zu  1  bis  4
unter-  Strafe  gestellten  Handlungen  unter—

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wird,  sofern  hie  bestehenden  Gesetze  keine  höhere

ihrer  Landes-= 



Freiheitsstrase  besceimmen,  mit  Gefängnis  bis  zu
einem  Jahre,  beim  Vorliegen  mildernder  Umstände
  mit  Haft  oder  mit  Geldstrafe  bis  zu
1500  %  bestraft.  «
Stettin,  den  15.  März  1917.
Der  stellvertretende  Kommandierende  General
des  II.  Armeekorps.
Frhr.  v.  Bietinghoff,
General  der  Kavallerie  à  la  suite  des  Kürassier-Regiments
  „Königin“.
Abt.  2.  Nr.  18361.

1270  Behanntmachung.

Auf  Grund  der  8§  4  und  9  des  Gesetzes  über
Belagerungszustand  wird  im  Interesse  der  öffentlichen
  Sicherheit  folgendes  bestimmt:

Privatpersonen,  insbesondere  Reeder  und
Schiffsmakler,  Agenten,  Dampferexpediemen,
Schiffsproviantlieferanten  und  Gastwirte  dürfen
  Briefe,  Postkarten,  Telegramme  und  Pakete,
  welche  für  die  Besatzung  mit  dem  Ausland
  verkehrender  Schiffe  bestimmt  sind,  an
die  Besatzung  nicht  aushändigen.

Die  Briefe,  Postkarten,  Telegramme  und
Pakere  sind,  wenn  das  Schiff  in  Stieitin  mit
den  Vororten  Züllchow.  Gotlow,  Kaatzwiek
mit  Glienken,  Cavelwisch,  Stralsund,  Greifswald
  und  Barth  liegt.  der  Milnärprüfungsstelle
  Sterrin,  und  wenn  das  Schiff  in  Saßnitz
liegt,  der  Militär  Grenzpolizei  Saßnig  auszuhändigen.


Zuwiderhandlungen  werden  nach  §  9b  des
Gesetzes  über  den  Belagerungszustand  bestraft.

Stetrin,  den  16.  März  1917.

Der  stellvertretende  Kommandierende  General

des  II.  Armeekorps.
Frhr.  v.  Vietinghoff,
Eeneral  der  Kavallerie  à  1.  suite  des  Kürassier-Regiments
  „Königin“.
Abt.  2.  Nr.  17966.

 

128)  Bekantmachung.

Unter  Aufhebung  sämtlicher  früheren  Bekanntmachungen,
  insbesondere  derjenigen  vom  9.  August
1916  —  2  Nr.  47388  —  und  vom  21.  November
1916  —  4  Nr.  73595  betreffend  die  Invaliden
versicherungspflicht  russisch-polnischer  Arbeiter  wird
hiermit  bestimmt,  daß  rortan  auch  für  diese  Arbeiter-=kategorte
  die  allgemeinen  gesetzlichen  Vorschriften  für
die  Invalidenversicherung  zur  Anwendung  kommen.

Stettin,  den  16.  März  1917.

Der  stelloertretende  Kommandierende  General
des  II.  Armeekorps.
Frhr.  v.  Vietinghoff,
General  der  Kavallerie  à  14  suite  des  Kürassier-Regiments
  „Königin“.
15908.

Abt.  Z.  Nr.  1: