14 Der „märkische Junker“ Franz Ziegler’s und der
bursche von der Hochschule, ein Stück Junker vom Lande, ein
Stück Lieutenant von der Garde, dazu noch Diplomat, Autokrat
und Revolutionär, alle diese Ingredienzien mit so viel Humor
und Phantasie würzt, dass aus ihnen manchmal ein Dichter wird.“
Die Berliner offiiciösen Journalisten, die nach Hesckiel’s am
26. Februar 1874 erfolgtem Tode die Nachricht verbreiteten,
der von ihm gefeierte Kanzler habe die Nachricht vom Abscheiden
seines Virgil theilnahmlos aufgenommen, weil er durch
sein Buch compromittirt worden sei, mögen nicht ganz Unrecht
haben. Man kennt die Kälte, mit welcher der stürmische und
immer neue Projecte verfolgende Denker auf seine ausgedienten
Helfer zurücksieht und ihnen seinen Scheidegruss widmet. Wie
alle diese höher gestellten Diener, von einem von der Heydt an
bis zu den neuesten gefallenen Grössen, nur deshalb in Ungnade
geriethen, weil er sie der Ausführung seiner Inspirationen nicht
gewachsen fand, so auch Hesekiel, an dessen Buch er trotzdem
Mitarbeiter gewesen ist.
Bismarck selbst hat dem Dichter seine Jugendgeschichte
erzählt und von Ändern einprägen lassen, — er hat ihm seine
wichtige, die Emancipation Brandenburgs von Habsburg erläuternde
Correspondenz zusammengestellt, hat auch eine Reihe
erklärender Sätze beigesteuert. Ziegler endlich, neben Hesekiel
und nach dem Verfasser des „Cabanis" der Romancier der
Mark, ihrer Kieferwälder und dürren, nach liroberungen lechzenden
Haiden, war scharfsichtig genug, um in dem gemeinsamen
Werk des Dichters und des Staatsmanns die rechten Materialien
zur Ausfüllung seines eigenen Bildes vom Kanzler zu erkennen.
Aber er begnügte sich, er selbst ein wahrer Märker und als
Oberbürgermeister von Brandenburg im intimen Verkehr mit den
dortigen adligen Reisigen in die Natur des brandenburgischen
Adels eingeweiht, seinen Collegen von der Fortschrittspartei mit
aphoristischen Anspielungen auf das Märkerthum des Kanzlers
Funken in die Augen zu sprühen.
Im Jahr 1348 mit seinen brandenburger Adligen zerfallen,
fühlte er doch in sich selbst etwas von ihrer Natur und liebte
cs, in seinen Abendgesprächen mit parlamentarischen Waffengefährten
auszuführen, dass das verwegene, durchschlagende und
thatkräftige Gewächs der märkischen Junker den Königen von
Preussen das Material zur Vergrösserung ihres Landes lieferte.
Ein Nachruf nach seinem Tode (in einem Berliner Blatt vom