236 UÜbertritt der Welfenlegion auf französisches Gebiet.
die kntworn. msgend aussiel (näheres darüber bei O. Meding, Memoiren zur Zeit-
geschichte, III. 228 ff.), wurde der Abmarsch der grohenteils mit österreichischen. wollee
versehenen Wulxmn— aus der Schweiz leit der zweiten Jonuarhälfte ins Werk gesetzt. Am
20. war der preuhische Gejandte in Fern General v. Voeder in der Lage, einen Bericht über
die Verabsolgung terrei ischer Pässe, die jedoch nach ebrenwörtlicher Versicherung seines
österreichischen Kollegen ohne Zutun der Gesandtschaft ausgestellt waren, zu erstatten. Am
26. fügte Roeder auf Grund von Schweizer Seitungsmeldungen hinzu, daß die Emigration jetzt
nach Srankreich gebe. Ende des Monats war bereits dos Cintreffen von 460 unter der Fübr#g
von Offizieren stehenden Hannoveranern im französischen Elsaß bekannt, wo sie von den Be-
börden gastlich ausgenommen und disloziert wurden. Bismarche traf alsbald seine Gegen-
mohregeln. Am 24. erhielt zunächst Sreiherr v. Wertber den Auftrag, den österreichischen
Neichskanfler von der Angelegenbeit „ur Ermittelung eiwaiger Ungebörigkeiten“ in Kenntnis
zu setzen. Am 1. Februar wurde der Geschäftsträger in Paris Graf zu Solms-Sonnenwalde
deauftragt, sich von der franzölischen Vegierung vertraulich nähere Auskunft zu erbitten. Am
gleichen Tage redete Bismarck auch Benedetti leichthin auf die Angelegenbeit an. Dieser erhielt
von Weuhzeer, aul seine Anfrage am 3. Feeruau ein gichtammn (Les Origines Diplomatiques,
302 8.), das die Ankunft einer „beträchtlichen“ Amahl von Hannoveranern und ihre will-
fährige TAuinabne bestätigte, die Srage ihrer Eingliederung in die algerische Fremdenlegion
offen ließ und nur die Zusage enthielt, von einer Sormierung der Angekommenen zu NRegimentern
und von deren Unterbringung längs der deutschen Grense Abstand nehmen zu wollen. Das
Wesentliche dieser Mitteilung faßte Benedetti #mit cha#rakteristischen Auslassungen und Ab-
weichungen in einem Billett an Vismarck vom 4. msammen, das folgenden Wortlaut hatte:
„M. de Moustier me télégraphie qu’un certain nombre de lses sont en effet
arrivés en France et aue le Ministre de Il’Intérieur, ne pouvant leur refuser une
hospitaliteé aul chez nous a toujours été accordée à ceux qui en ont réclamé le bénéfice.,
les a fait disperser dans differentes localitécs. II ajoute que tous les bruits que la
malveillance pourrait imaginer a cette occasion Sont dénués de fondement et il m’invite
à les démentlr. II est d’allleurs convaincu du'’on ne Ssaurait à Berlin attribuer au
Gouvernement de l’Empereur Tintention de blesser de légitimes susceptlbilités.“
Berlin, den 5. Gebruar 1868.
Bereits vor einigen Cagen habe ich Ew. pp. ersucht, bei dem Kaiserlichen Herrn
Minister der auswärtigen Angelegenheiten zunächst vertrauliche und freundschaftliche Er-
kundigungen einzuziehen über die durch die öffentlichen Blätter zu unserer Kenntnis ge-
kommene Aufnahme, welche die von der Schweiz auf französisches Gebiet übergetretenen
Hannoveraner daselbst gefunden haben. Herr Benedetti, gegen welchen ich den Gegenstand
leichthin anregte, bat am 4. d. M. das in Abschrift anliegende Billett an mich gerichtet,
welches die Tatsache bestätigt, ohne daß ich daraus die Überjeugung von einem Verfahren
der Kaiserlichen Regierung schöpfen könnte, welches in Übereinstimmung mit den guten
Beziehungen der beiden Mächte meinander wäre.
Ich kann eine gewisse Befremdung über das geringe Gewicht, welches das Billett des
Herrn Botschafters der ganzen Sache beizlegen scheint, nicht unterdrückteen und will
Ew. pp. die Bemerkungen, zu denen mir die Sache Veranlassung gibt, nicht vorenthalten.
Das Verfahren der französischen Regierung hat mich besonders überrascht in einem
Augenblickke, wo wir den durch Herrn Benedetti uns ausgedrückten Wünschen derselben
entgegenkamen, indem wir in Sloren; unseren Einfluß im Sinne der Alähigung geltend
machten und die Sponnung zu mildern suchten, welche bisber noch der Stimmung Staliens
eigen iste Ew. pp. finden die Instruktion, welche ich vor einigen Lagen an den Königlichen
Gesandten in Florenz abgesondt battes, als Anlage zu Nr. 40 vom 3. d. M. Nachdem ich
von der Aufnahme der Hannöverschen Legion in Grankreich Kenntnis erhalten, habe ich
Graf Usedom telegraphisch angewiesen, munächst meine Instruktion als nicht geschrieben an-
2 Der Satz verdankt seine Gestalt eigenbändigen Korrekturen Bismarcks.
* Slebe Nr. 10309.